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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Weil nicht sein darf, was nicht sein kann. Kulturwissenschaftliche Bestimmungen der Jugonostalgie am Beispiel von Peter Handkes Abschied des Träumers vom neunten Land

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← 200 | 201 → Kurt Hirtler

Universität Łódź

Die Jugonostalgie, ähnlich der Ostalgie, verweist auf ein weites Beziehungs- und Bedeutungsgeflecht. Sie beschränkt sich nicht einfach auf die Sehnsucht nach den jeweils behaupteten politischen Gewissheiten oder der sozialen Sicherheit im Sozialismus; noch geht sie in der Verklärung und im Sammeln sozialistischer Artefakte und Konsumgüter auf.1 Ihren Grund haben diese verschiedenen nostalgischen Ausprägungen allerdings in einem Verlust, nämlich „[the] loss of the original object of desire, and by its spatial and temporal displacement“.2 Aufgrund dieser letztgenannten Verschiebung kann eine Vielfalt von kulturellen Formen entstehen, die sich jeweils an den besonderen, gegenwärtigen sozialen Gegebenheiten des nostalgischen Subjekts orientieren und konkretisieren, die mehr oder weniger auf die Realität im Sozialismus bezogen sein können und und keinem direkten Erleben dieser Realität bedürfen.

Der folgende Aufsatz handelt daher auch von einem westlichen Schriftsteller, der, abgesehen von kürzeren Aufenthalten, nie in Jugoslawien gelebt hat: Peter Handke. Dabei wird ein, im Vergleich zu seinen späteren Serbienbüchern, im deutschen Sprachraum wenig diskutierter Text herangezogen: Abschied des Träumers vom neunten Land. Eine Wirklichkeit, die vergangen ist. Eine Erinnerung.3 Die Gründe für diese Auswahl, auf die im Folgenden noch genauer eingegangen wird, liegen einerseits in Handkes erster explizit politischer Auseinandersetzung mit Slowenien und Jugoslawien, das heißt der Text markiert einen Einschnitt, ← 201 | 202 → eine Zäsur in seiner bis dahin rein literarisch verklärenden Beschäftigung mit Slowenien;...

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