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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner- 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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as ist ein Zeichen auf früher Stufe der kulturellen Entwicklung, das sakrale Inhalte repräsentiert und magische Funktionen ausübt. Der Gebrauch war gewöhnlich eingeweihten Kreisen, Priestern oder Schamanen, vorbehalten. Dementsprechend sind Hieroglyphen nicht als Kommunikationsmittel im Sinne heutiger Sprachverwendung aufzufassen, sondern als Mittel einer Vergegenwärtigung des Heiligen, Erhabenen oder Dämonischen. Im magisch-mythischen Bewusstsein des Menschen haben Zeichen nämlich ebenso wie Bildnisse, Statuen oder Fetische die Fähigkeit, das Göttliche oder Dämonische unmittelbar zu repräsentieren. Das heißt, sie bezeichnen nicht etwas, wie es z. B. → Piktogramme tun, sondern evozieren und beschwören das, was sie bezeichnen. In den intakten kulturellen Systemen der Antike und Vor-Antike (Assyrien, Phrygien, Ägypten, Inkareich u. a.) besaßen Hieroglyphen eine geistige Potenz, die den Unterschied zwischen → Zeichen und Bezeichnetem nicht kannte und das Geistige im Materiellen als unmittelbar anwesend erscheinen ließ. Gleiches gilt für die germanischen Runenzeichen und ihre magischen Funktionen. Uns Heutigen mag dies abergläubisch vorkommen, ehedem war es „heilige“ Wirklichkeit. Schwer entzifferbare Zeichen oder unklare Buchstabenfolgen werden heute oft geringschätzig als Hieroglyphen bezeichnet, was unangemessen ist, aber noch einen Rest der esoterischen Scheu bewahrt, die ursprünglich diesen Zeichen entgegengebracht wurde.

wird ein Wort genannt, das mit einem anderen Wort gleich lautet (von gr. homonymos), aber sich davon in seiner Bedeutung unterscheidet. Beispiele: kosten ← 53 | 54 → (Geld kosten) vs. kosten (Speise probieren); einen Hut tragen vs. auf der Hut sein; Gericht (als Ort der Rechtsprechung) vs. Gericht (als zubereitetes...

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