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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner- 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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alindromos = rückläufig. So werden Wörter, Verse, Sätze oder Texte genannt, die vor und rückwärts gelesen die gleiche Bedeutung ergeben. Bereits in der Antike, besonders aber im Mittelalter, wurden Palindrome entdeckt bzw. erfunden und daraus ein besonderes poetisches und intellektuelles Vergnügen abgeleitet. Es basiert auf dem Überraschungseffekt, der durch die Erkenntnis entsteht, dass sich das gewöhnliche Von-links-nach-rechts-Kontinuum der (deutschen) Sprache umkehren lässt, ohne dass der Sinn sich ändert, wie z. B. in dem Vornamen Otto oder der Jahreszahl 2002 oder dem Substantiv Reliefpfeiler. Ein skurriles Beispiel aus der deutschen Sprache lautet: Ein Neger mit Gazelle verzagt im Regen nie. Aus dem Bereich der Dämonologie stammen die so genannten Teufelsverse in lateinischer Sprache: Signa te, signa, temere me tangis et angis (zu Deutsch: Gib dich mir zu erkennen [böser Geist]! Grundlos schlägst du und quälst du mich.).

siehe Syntagma und Paradigma

Von gr. para = neben + lat. lingua = Zunge. So wird ein Zweig der Sprachwissenschaft bezeichnet, der nonverbale Phänomene untersucht, die die Sprache begleiten und zu ihr gehören, aber nicht aus Informationsträgern wie Lauten, Wörtern und Sätzen bestehen. Paralinguistische Äußerungen fügen der ← 96 | 97 → Sprache kommunikative Aspekte hinzu, die normalerweise nicht kodiert sind, aber bedeutungsintensivierende oder -modifizierende Wirkung haben können. Dazu gehören Gestik und Mimik, die Lautstärke, das Sprechtempo, der Tonfall, die Tonhöhe, eingefügte Pausen, der Artikulationsmodus (z. B. Flüstern) u. dgl....

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