Show Less
Restricted access

Steuerplanung mit EU-Holdinggesellschaften für Drittstaaten-Investoren

Steuerwirkungen, Länderanalysen, steuerpolitische Handlungsempfehlungen

Series:

Torben Petersen

Der Einsatz von Zwischenholdinggesellschaften innerhalb der EU ermöglicht Investoren aus Drittstaaten die Entwicklung steuerlich optimaler Konzernstrukturen. Die Identifizierung des passenden Holdingstandorts erweist sich dabei als komplexe Herausforderung. Ausgehend von den Steuerwirkungen einer Holdinggesellschaft zeigt die Arbeit auf Basis von Standortanalysen, dass die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten grundsätzlich als Holdingstandorte in Frage kommt. Auf dieser Grundlage sowie der Anleitung zur Gestaltungssuche wird der Steuerpflichtige in die Lage versetzt, den individuell passenden Holdingstandort zu finden. Für die Politik ergeben sich aus dem Wissen über die Ausprägung holdingrelevanter Standorteigenschaften und deren Auswirkungen steuerpolitische Handlungsempfehlungen.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 3: Länderbetrachtung

Extract

Unter Berücksichtigung der in Abschnitt IV des zweiten Kapitels abgeleiteten Voraussetzungen für einen geeigneten Holdingstandort werden die Körperschaftsteuersysteme der 27 EU-Mitgliedstaaten zielgerichtet untersucht. Einige Staaten verfügen über wenig moderne Standorteigenschaften und können weder auf ein über Jahrzehnte entwickeltes Körperschaftsteuerrecht zurückblicken noch die fiskalischen Risiken eines beschleunigten trial-and-error-Prozesses verkraften.440 Vergleichsweise geringe Abgabequoten441 kompensieren diesen Nachteil.

Um die weitere Analyse übersichtlich zu gestalten, werden zunächst wenig geeignete bzw. ungeeignete Körperschaftsteuersysteme identifiziert und aus dem Untersuchungspool ausgeschlossen. Praktische Schwierigkeiten ergeben sich aus der Gewichtung einzelner Standortfaktoren. Es stellt sich die Frage, inwiefern ein besonders günstig ausgeprägtes Kriterium des potenziellen Holdingstandorts durch ein schwach ausgeprägtes anderes Kriterium ausgeglichen wird. Konkret am Beispiel: Inwieweit wird eine positive Bewertung des Standorts aufgrund niedriger Körperschaftsteuersätze durch eine fehlende Gruppenbesteuerung aufgewogen?

Das vorliegende Kapitel stellt einen möglichen Lösungsvorschlag für diese Frage in Form der balanced scorecard442 vor. Es schließt mit einer Übersicht geeigneter Euro-Holdingstandorte und liefert dem Anwender das Gerüst, um eigene individuelle Standortrankings durchführen zu können.

Die EU-Mitgliedstaaten befinden sich miteinander hinsichtlich der Attraktivität ihrer Steuersysteme im direkten Wettbewerb. Die Intensität des fiskalischen ← 95 | 96 → Wettbewerbs ist jedoch begrenzt, da die Transparenz der unterschiedlichen Angebote in Form steuerlicher Vorschriften nicht in jeder Hinsicht gewährleistet wird. Zwei prima facie gleichwertige Standorte können sich in der Ausprägung ihrer holdingrelevanten Eigenschaften gleichen und unter anderem den gleichen K...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.