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Der junge Adolf Bastian, 1826 bis 1860

Auf dem Weg zu einer neuen Wissenschaft vom Menschen

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Jutta E. Bellers

Adolf Bastian etablierte die Ethnologie als akademisches Fach. Die Biographie seiner frühen Lebensphase war bislang ethnologiegeschichtlich ein Desiderat. Archivalische Quellen beleuchten Einflüsse auf sein Denken aus dem protestantischen Bremer Bürgertum und seiner Studienzeit im Vormärz. Über ethnologische Fragestellungen hinaus führt dies zu philosophischen Überlegungen seiner Idee einer Wissenschaft vom Menschen, seinen Idealen und Hoffnungen in die Forschung. Impulse dazu entstammen dem Denken Spinozas, Kants, Herder, Humboldt, Krauses und Fechners. Infolgedessen unternimmt er eine Weltreise. In dem neu bearbeiteten Itinerar ist Angola eine seiner Stationen. Zu dieser Etappe verfasste Bastian einen Reisebericht. Dieser enthält seine Sicht auf afrikanische Glaubensvorstellungen.
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1. Einleitung

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1. Einleitung

„Die Jugend der Ethnologie, diese jüngst geborene, oder, wenn man will, kaum erst in embryonaler Entwicklung befindlichen Wissenschaft, ergibt sich von selbst aus der ihr gestellten Aufgabe. Die Ethnologie bezeichnet sich in der Etymologie ihres Namens als die Lehre von den Völkern auf der Erde, sie bedarf also klärlich genug, vorher einer Uebersicht derselben, […]. Andere der induktiven Naturwissenschaften freilich, […], sind rascher zu systematischer Vollendung herangereift, weil ihnen ein deutlich und fest umschriebenes Feld der Beobachtung vorlag, wogegen die Ethnologie, die als die Wissenschaft vom Menschen einen letzten Abschluss anstreben soll, nur langsamer Entwicklung fähig ist, denn sie hängt ab von der Hilfe der Uebrigen, […].“1

Mit dem Namen Adolf Bastian ist die Etablierung der Ethnologie 1871 an der Friedrich-Wilhelms-Universität und die Ausgestaltung der ethnographischen Abteilung der Königlichen Museen ab 1868 zu einem eigenständigen und in seiner Zeit bedeutenden Museum für Völkerkunde in Berlin verbunden. Die biographischen Angaben zu seinem Lebenslauf stützen sich bis heute auf die, mit Bastian zu seinen Lebzeiten bekannten, Autoren Thomas Achelis (1850–1909)2 und Richard Schwarz3. Ihre biographischen Angaben finden sich, ergänzt durch persönliche Einschätzungen, in den Nachrufen verschiedener Zeitgenossen und in den ersten Lexikoneinträgen Anfang des 20. Jahrhunderts. Deren chronologische Fassungen enthalten die Informationen, nach denen der in Bremen geborene Bastian einer Kaufmannsfamilie entstammte und nach dem Abitur in Heidelberg, Berlin, Jena, Würzburg und Prag Jura und Medizin studierte. Seine Promotion erwarb...

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