Show Less
Restricted access

Steuern im historischen Kontext

Ein Ausschnitt der Steuergeschichte anhand ausgewählter Fragestellungen

Series:

Edited By Roman Seer

Dieser Band trägt zu der wohl unterschätzten Aufarbeitung der Steuerrechtsgeschichte bei. Hierbei konzentrieren sich die Beiträge des Bandes auf die geschichtliche Entwicklung der wichtigsten Steuern (Einkommen-, Körperschaft-, Erbschaft-, Vermögen-, Umsatz- und Verbrauchsteuern). Darüber hinaus wird der Unrechtsstaat des Nationalsozialismus im Hinblick auf die Methodenlehre unter dem Topos der unbegrenzten Auslegung, der Reichsfluchtsteuer sowie des Steueranpassungsgesetzes behandelt. Zudem wird der Übergang von einer Reichsfinanzverwaltung hin zu einer föderal geprägten Steuerverwaltung heutiger Tage aufgezeigt.
Show Summary Details
Restricted access

D. Die „Unbegrenzte Auslegung“ und die Steuerrechtsanwendung – Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs im Dritten Reich (Sara Anna La Paglia)

Extract

| 139 →

Adolf Hitler has been touted as “supreme judge”. The tax laws were interpreted according to the Nazi ideology. How was it possible to establish such maxims for the right application? To what extent did they actually influence jurisprudence of Reich Fiscal Court?

D. Die „Unbegrenzte Auslegung“ und die Steuerrechtsanwendung - Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs im Dritten Reich (Sara Anna La Paglia)

I. Einleitung

„Sagt euch bei jeder Entscheidung die ihr trefft: Wie würde der Führer an meiner Stelle entscheiden?“1 So hieß es in der Rede des Reichsministers und Rechtsführers Hans Frank am 17. Mai 1936 vor dem Deutschen Juristentag.2 Der Wille des „Führers“, Adolf Hitlers, war zum prägenden Leitsatz für die Gesetzesanwendung geworden. Hitler galt als „oberster Gerichtsherr“.3 Herauszuarbeiten, wie eine solche Entwicklung möglich war und inwiefern die „Machtergreifung“ Hitlers und die damit verbundene neue Weltanschauung die Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs tatsächlich beeinflusste, ist Zielsetzung dieser Seminararbeit. Dazu sind zunächst die Grundstrukturen der Finanzgerichtsbarkeit zur Zeit der Weimarer Republik und deren Wandlungen nach der „Machtergreifung“ im Jahre 1933 zu erörtern. Darauf aufbauend gilt es, die von der neuen Weltanschauung geprägten Bereiche der Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs herauszuarbeiten. Besonders zu berücksichtigen ist dabei der § 1 des Steueranpassungsgesetzes, welcher im Dritten Reich den Grundgedanken der Steuerrechtsanwendung darstellen sollte. Im nächsten Schritt ist die Stellung der Richter im Dritten Reich zu erörtern, um mögliche Motive für die vermeintlich neue...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.