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Rechnungslegungsinformationen zu Verbriefungen im Umfeld der Finanzmarktkrise

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Sebastian Erb

Diese Arbeit wurde mit dem Münchener Forschungspreis für Wirtschaftsprüfung 2014 ausgezeichnet.

In Folge der Finanzmarktkrise wurde häufig die mangelnde Transparenz von Angaben zu Verbriefungen kritisiert. Diese Kritik bildet den Ausgangspunkt der Analyse. Der Autor untersucht, welchen Angabepflichten Unternehmen im Zeitraum vor, während und nach der Finanzmarktkrise unterlagen und welche Anreize bestanden, freiwillig Informationen zu Verbriefungen bereitzustellen. Anknüpfend an eine kritische Bestandsaufnahme bisheriger empirischer Befunde erfolgt eine tiefgehende Inhaltsanalyse der Geschäftsberichte der größten Banken der EU. Die Ergebnisse zeigen detailliert, wie Banken über Verbriefungen berichtet haben, und erlauben eine Einschätzung der geäußerten Kritik an der Transparenz der Angaben.
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7. Empirische Befunde zum Informationsausweis zu Verbriefungen

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Struffert beschäftigt sich mit Verbriefungstransaktionen und Kreditderivaten. Neben finanzwirtschaftlichen und agency-theoretischen Aspekten analysiert er schwerpunktmäßig deren Abbildung in Bilanz, GuV sowie durch Angaben in Geschäftsberichten, wobei der Ausbuchung von Vermögenswerten die zentrale Bedeutung zukommt. Die Abbildung von Verbriefungen erfolgt ausschließlich aus Sicht des Originators, die Abbildung von Kreditderivaten primär aus Sicht des Sicherungsnehmers. Die Analyse der Angaben in Geschäftsberichten erfolgt für Verbriefungstransaktionen und Kreditderivate getrennt, wobei sich der Ablauf der Analyse gleicht.460

In einem ersten Schritt untersucht Struffert Angabepflichten nach IFRS, gefolgt von Angabepflichten nach deutschem Handelsrecht und nach Basel II.461 Wie bereits die eigene Analyse der Angabepflichten zu Verbriefungstransaktionen gezeigt hat, kommt auch Struffert zum Ergebnis, dass diesbezügliche Angaben in Geschäftsberichten vom Ermessen des bilanzierenden Unternehmens abhängen.462 Die daraus resultierende Unsicherheit, welche Informationen die Bilanzierenden zu Verbriefungstransaktionen bereitstellen, veranlasst ihn, in einem zweiten Schritt einen als Soll-Berichterstattung zu verstehenden Angabenkatalog zu entwickeln. Dieser basiert auf im Rahmen der Auswertung der Angabepflichten gewonnenen Erkenntnissen sowie auf agency-theoretischen und bilanzanalytischen Überlegungen. Zusätzlich beurteilen Fachleute463 den Angabenkatalog, um ← 115 | 116 → diejenigen Angaben zu identifizieren, die in praxi als relevant erachtet werden.464 Die im Katalog enthaltenen Angaben lassen sich vier verschiedenen Bereichen zuordnen. Diese umfassen (1) Angaben zur Ausgestaltung, zum Umfang und zu Zielen der durchgeführten Transaktionen, (2) Angaben zu den im Berichtszeitraum neu durchgeführten Transaktionen, (3) zusammenfassende Angaben zu den im Berichtszeitraum bereits laufenden und neu durchgeführten Transaktionen sowie (4) Angaben für bilanzanalytische Zwecke.465...

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