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Determinanten einer Ausübung der Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten bei Banken

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Anne Kretzschmar

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) gewähren Wahlrechte, um dem Bilanzierer die Möglichkeit zu geben, ihre Adressaten bestmöglich mit entscheidungsnützlichen Informationen zu versorgen. Wahlrechte können vom Management jedoch auch für eigene Ziele genutzt werden. Die Fair-value-Option erlaubt dem Bilanzierer, im Zugangszeitpunkt einer Verbindlichkeit zwischen einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu wählen. Die Autorin untersucht die Ausübung dieses Wahlrechts im Querschnitt und über den Zeitverlauf. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise wird erstmals die Ausübung in Abhängigkeit von der Höhe der eigenen Bonität analysiert, um einschätzen zu können, ob eine Steuerung des Periodenerfolgs in Phasen sinkender eigener Bonität erfolgt.
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1. Problemstellung

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1.  Problemstellung

In der Literatur ist gut dokumentiert, dass Unternehmen bilanzielle Maßnahmen ergreifen, um den Periodenerfolg ihres Unternehmens gezielt zu beeinflussen.1 Für die Steuerung des Erfolgs werden Wahlrechte und Ermessensspielräume genutzt, die durch das Rechnungslegungssystem eingeräumt werden.² Wahlrechte und Ermessensspielräume sind in der Rechnungslegung einerseits notwendig, um dem bilanzierenden Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Adressaten bestmöglich über den Unternehmenserfolg zu informieren, können jedoch andererseits vom Management für eigene Ziele genutzt werden.3

Im International Accounting Standard (IAS) 39, in dem der Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten geregelt werden, wird dem Bilanzierer ein Bewertungswahlrecht gewährt: Für Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2006 oder danach beginnen, bietet IAS 39 unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, bei der Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zwischen fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu wählen. Das Wahlrecht ist im Zugangszeitpunkt des Finanzinstruments auszuüben. Die Auswahl der Finanzinstrumente kann selektiv erfolgen. Mit Ausübung des Wahlrechts ist ein direkter Einfluss auf die Höhe des Periodenerfolgs verbunden. Hierbei handelt es sich um die sogenannte Fair-value-Option (IAS 39.9, .11A). Sie wurde eingeführt, um die Regelungen des IAS 39 zu vereinfachen und die Entscheidungsnützlichkeit der Rechnungslegungsinformationen zu erhöhen (IAS 39.AG4C, .AG33A).

Die Fair-value-Option ist jedoch in der Literatur und Praxis umstritten. Da der Bilanzierende die Möglichkeit der selektiven Designation von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert hat und das Wahlrecht...

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