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Kirche: Gegenwart Christi in der Welt

Eine Untersuchung von Dietrich Bonhoeffers Werk "Sanctorum Communio</I> in seiner Bedeutung für die Kirche in China

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Ruomin Liu

«Die Studie bietet im Kern eine Untersuchung zu Dietrich Bonhoeffers Doktor-arbeit Sanctorum Communio. Eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche. Sie konzentriert sich dabei zunächst auf die sozialphilosophischen und soziologischen Ansätze zur Analyse der Kirche sowie auf die Lehre von der Stellvertretung und deren christologische Begründung. Außerdem geht der Autor auf die soteriologische Erneuerung der Menschheit in Christus und die Gestalt der Kirche als Gemeinschaft von Gott und Mensch und schließlich auf die «äußeren und inneren» Funktionen der Kirche ein. In all dem will die Arbeit aber vor allem «die Bedeutung der Ekklesiologie Bonhoeffers im Kontext der protestantischen Kirche in China» erhellen.»
Prof. Dr. Dr. Dres. h.c. Michael Welker (Universität Heidelberg)
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7. Die Funktionen der Kirche

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„Bonhoeffer würde nicht eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche bieten, wenn er nicht abschließend die empirische Gestalt der Kirche reflektieren würde.“266 Wie aber äußert sich diese empirische Gestalt der Kirche? In ihren Versammlungen, Veranstaltungen, Handlungen und ihren öffentlichen Meinung zeigt sich die Kirche als Gegenwart Christi in der heutigen Welt. Welker macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass der Kirchenbegriff bei Bonhoeffer erst dann vollständig ausgeführt ist, wenn auch die mit der theologischen Reflexion eng zusammenhängende empirische Gegenwart der Kirche mit in den Blick genommen wird. Die empirische Gegenwart der Kirche aber zeigt sich in ihrer soziologischen Gestalt bzw. in den Funktionen der Gemeinde.

Wie Person und Werk Christi untrennbar miteinander verbunden sind, weil sie voneinander abhängen,267 gehören auch das Wesen und die empirische ← 167 | 168 → Gestalt der Kirche bzw. ihre Funktionen untrennbar zusammen und hängen voneinander ab: „[S]ind wir sein Leib, so ist an die Bestimmung des Leibes als Funktionsbegriff zu erinnern; d. h. wir werden von ihm regiert, wie ich meinen Leib regiere. Der uns regierende Christus aber führt uns zu dem Dienst aneinander.“ (DBW 1, 87) Das Wesen der Kirche aber ergibt sich aus der Liebe Gottes, und so stehen auch die Funktionen der Kirche in dem Dienst. Schon zu Beginn dieser Ausführungen macht Bonhoeffer hier deutlich, dass Kirche unter keinen Umständen Selbstzweck sein darf.268 Vielmehr entwickelt Bonhoeffer eine Ekklesiologie, nach deren Vorstellung die Kirche als communio sanctorum sich...

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