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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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Der bilinguale Erstspracherwerb zwischen Mythos und Realität

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Henrike Comes-Koch

Hinsichtlich der Sprachentwicklung im bilingualen Erstspracherwerb gibt es derzeit eine Diskrepanz zwischen dem (sprach-)wissenschaftlichen Forschungsstand und den unter der Bevölkerung verbreiteten Annahmen. Letztere sind häufig charakterisiert durch eine zu negative Sichtweise auf den bilingualen Erstspracherwerb einerseits, aber auch durch eine zu hohe Erwartungshaltung andererseits. In diesem Beitrag werden die folgenden drei Annahmen als Mythen entlarvt und durch wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse sowie durch eine differenziertere Betrachtungsweise entkräftet: (1) bilinguale Kinder können ihre beiden Sprachen nicht trennen; (2) bilinguale Kinder sind aufgrund der ‘Doppelbelastung’ kognitiv überfordert und durchlaufen eine langsamere Entwicklung als monolinguale Kinder; (3) es gibt keine Unterschiede zwischen dem monolingualen und dem bilingualen Erstspracherwerb, d.h. bilinguale Kinder durchlaufen quasi parallel zwei monolinguale Erwerbsprozesse.

With respect to the linguistic development in bilingual first language acquisition there is a discrepancy between linguistic research findings on the one hand and the assumptions commonly communicated by laypersons on the other hand. The latter are characterized by either a very negative view on the linguistic development of bilingual children or by very high expectations. This contribution is concerned with the following three assumptions, which are identified as myths in view of the findings from research in the field of bilingual first language acquisition: (1) bilingual children are unable to separate their two languages; (2) bilingual children’s linguistic development is delayed as compared to monolingual children’s development due to the cognitive ‘burden’ of learning two languages; (3) there are no differences between monolingual and...

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