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Geist und Tora

Zum Verhältnis von Geistbegabung und Toratreue in der Schriftgelehrtentheologie des Pentateuch und der Prophetenbücher

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Kyunggoo Min

Dass der Toragehorsam eingehalten wird, ist das zentrale Ziel der Endredaktion. Dies wird auch in den Prophetenbüchern reflektiert, wobei sich die drei in dieser Studie untersuchten Modi des Toragehorsams entwickelt haben. Indem am Ende der Geist mit dem Herz gleichgesetzt wird, wird der Geist zur zentralen Größe des Toragehorsams. Die Schriftgelehrten-Redaktoren, die sich nach der Endredaktion für den Toragehorsam einsetzen, bestimmen das Verhältnis von Geistbegabung und Toratreue schließlich so, dass alle zu Geistbegabten werden sollen, was als umfassender Spiritualisierungsprozess zu verstehen ist.
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2. Ez 36: Ein neues Herz und ein neuer Geist

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Die Gleichsetzung von Geist und Herzen findet sich zwar schon in der Priesterschrift (Ex 28,3), doch für den Toragehorsam wird sie erst in Ez 36,23–38* relevant. Vor allem ist Ex 36,26 sprachlich mit Jer 31,33 und Jes 59,21830 zu vergleichen, wodurch die Rezeptionsrichtung und Revisionen zu erfassen ist. Entscheidend ist, dass nun die verschiedenen Modi des Toragehorsams, also ‚Herzmotiv‘ und ‚Geistempfang‘ miteinander vermittelt werden, was als Aufhebung ihres Gegensatzes gedeutet werden soll, worin auch die Verbindung von dtr / jer. und jes. Gedanken und ferner die Korrelation von Pentateuch und Prophetenbüchern eindeutig zu erkennen ist.

In Ez 36,23–38* geht es um die Reinigung und Erneuerung Israels. V. 16 setzt mit einer Wortereignisformel ein (רמאל ילא הוהי־רבד יהיו), was sich häufig im Ezechielbuch findet.831 Im Abschnitt Ez 36,23–38* gibt es einige Referenzen auf vorangehende Reden:

1. Der Ausdruck ישמדק םשמ־תא וללחיו »sie haben meinen heiligen Namen entweiht« wird in jedem Vers verwendet:



Im Gegensatz zur Entweihung des Namens Gottes durch Israel (VV. 20f) erfolgt das Wiederheiligen seines Namens (VV. 22f) durch Jahwe selbst: »Und ich werde meinen großen Namen heiligen« (לודגה ימשמ־תא יתשמדקו), wobei V. 23a futurisch formuliert ist; 2. In VV. 20–24 dient das Wort םיוגה »Nationen« in den jeweiligen Versen dazu, auf die Deportation anzuspielen. Mit den Worten םיוג und אוב in V. 24 wird eine Verbindung zu den vorangehenden Versen generiert. Sie beziehen sich in VV. 20–23 auf das Exil, aber in V. 24 auf das Leben...

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