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Mehrsprachigkeit als Chance

Herausforderungen und Potentiale individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit

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Edited By Stéfanie Witzigmann and Jutta Rymarczyk

Ein modernes, weltoffenes Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch seine Orientierung an Mehrsprachigkeit aus. Dabei darf Mehrsprachigkeit nicht nur als Reaktion auf die Kompetenzerweiterung des modernen Menschen gesehen werden, sondern zugleich als Antwort auf die Bildungsrealität, in der die sprachliche Heterogenität der Lerngruppen längst Normalität geworden ist. Zahlreiche Konzepte und Modelle individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit werden weltweit erprobt, reflektiert und wissenschaftlich analysiert. Dieser Band präsentiert aktuelle Ansätze in unterschiedlichen Ländern (USA, Mazedonien, Schweiz, Spanien und Deutschland) für den Umgang mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit.
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Sprachenpolitik und mehrsprachige Bildung in Mazedonien

← 44 | 45 → Ferit Rustemi & Gëzim Xhaferri

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This paper explores the relationship between language politics and plurilingual educational systems in Macedonia. We argue that the implementation of democratic language politics in multiethnic societies can foster the social and political cohesion of a country.

1. Einleitung

Im Allgemeinen unterscheidet sich die wissenschaftliche Verwendung des Begriffs „Problem“ nicht sehr von der des täglichen Gebrauchs. Ein Problem liegt dann vor, wenn etwas von der angenommenen Norm abweicht (Feldman 1966). Sprachprobleme treten in mehrsprachigen Ländern auf, wenn die Sprache einer ethnischen Gruppe aufgrund ihres geringen gesellschaftspolitischen Status eine oder mehrere Funktionen nicht erfüllen kann, wie z. B. die partizipative, separative, vereinheitlichende Prestige-Funktion usw. (Garvin 1993). Ziel der Sprachenplanung ist es folglich, Lösungen für die existierenden Sprachprobleme zu finden oder die in Zukunft eventuell auftretenden Sprachprobleme vorherzusehen. In einigen Transformationsländern, sollte eine realistische und nicht ideologisierte Sprachenpolitik geschaffen und umgesetzt werden, um ungünstige Sprachensituationen zu verhindern oder zu verbessern.

In seinem Buch “Planning Language, Planning Inequality”, stellt Tollefson (1991) ein kritisches Verständnis von Sprachenpolitik dar, in dem er zu zeigen versucht, wie Sprachenpolitik ungleiche soziale Strukturen in einer Gesellschaft aufrechtzuerhalten vermag. Laut Tollefson ist dies den institutionellen Einschränkungen zuzuschreiben, die von dominanten ethnischen Gruppen geschaffen werden, um Minderheiten den Zugang zu sozialen und politischen Institutionen zu verwehren. So wird die Ungleichheit zwischen Minderheits- und Mehrheitsgruppen beibehalten. Die geschilderten Umstände treffen auf die Stellung der Minderheitensprachen in der Republik Mazedonien, dreizehn Jahre nach dem Rahmenabkommen...

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