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Bewegte Sprache

Leben mit und für Mehrsprachigkeit

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Edited By Antonella Nardi and Dagmar Knorr

Mehrsprachigkeit begegnet einem heutzutage überall; sie hat alle Lebensbereiche und Kommunikationsformen erfasst. Mehrsprachigkeit wird gelebt, weil die Mitglieder unserer Gesellschaft selbst mehrsprachig sind. Es sind Personen, die ihre sprachlichen Ressourcen in das gesellschaftliche Miteinander einbringen – so wie Antonie Hornung, der dieser Band gewidmet ist. Hierzu gehört auch der Wechsel zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Regionen. Mit den Personen bewegt sich auch die Sprache. Der Umgang mit Mehrsprachigkeit umfasst individuelle, didaktische und wissenschaftliche Facetten, die in diesem Band beleuchtet werden. Daher sind die Beiträge auf Deutsch, Italienisch, Englisch und Spanisch verfasst und vertreten sprachwissenschaftliche, didaktische und literaturwissenschaftliche Diskurse, die Mehrsprachigkeit in verschiedener Weise thematisieren. Gemeinsam ist ihnen die Basis, einen Menschen als Individuum mit seinen sprachlichen Fähigkeiten wahrzunehmen und wertzuschätzen.
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Prosodische Interferenzen: Ihre Auswirkung auf interkulturelle Kommunikationssituationen: Ulrike A. Kaunzner

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Dass sich muttersprachliche Interferenzen im fremdsprachlichen Kontext auf die Rezeption des Gehörten auswirken, ist bekannt: Eine von der Norm abweichende Aussprache führt zu Missverständnissen, zu Fehlinterpretationen, zur Beeinträchtigung von Verständlichkeit und sogar zum Abbruch der Kommunikation. Welche Sprechwirkungen lassen sich jedoch im emotionalen Bereich verzeichnen? Hängen auch Sympathiewerte von der prosodischen Korrektheit ab? An einer Pilotstudie wird die Wechselwirkung zwischen prosodischen Interferenzen, Verständlichkeit und Sympathieattribuierung untersucht.

1Einleitende Gedanken: Verstehen und verstanden werden im interkulturellen Kommunikationsprozess

Kommunikation, im Sinne von „Sinnkonstitution im Miteinandersprechen“ (Geissner 1981, 61), ist ohne das Verstehen des anderen nicht möglich und wird durch das Verstanden-Werden zu einem reziproken Prozess ergänzt. Verständlichkeit beim Sprechen ist demnach die Grundlage und das Hauptkriterium jeder zwischenmenschlichen Kommunikation. Textverstehen wird durch eine Reihe an Faktoren beeinflusst, die man aus grammatikalischer, lexikalischer, stilistischer, intonatorischer und pragmatischer Perspektive betrachten kann. In interkulturellen Kommunikationssituationen, in denen zwei oder mehrere Sprachen/Kulturen aufeinander treffen, kommen Unterschiede im Sprachsystem, kulturelles Wissen und kulturbedingte Denkstrukturen als zusätzliche Faktoren hinzu und beeinflussen die Einordnungs- und Zuordnungsprozesse, erleichtern oder erschweren die Informationsextraktion beim Hören.

Hier wird eine Studie beschrieben, bei der deutsche Studierende Nachrichtentexte, welche von italienischen DaF-Studierenden vorgelesen worden waren, beurteilen sollten. Aufgrund ihres italienischen Akzents „verändern“ die Sprecher den Text. Inwieweit dies die Hörerrezeption beeinflusst, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.

Im folgenden Abschnitt 2 wird der Gegenstand der Studie, die Wirkung prosodischer Interferenzen auf Verständlichkeit und...

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