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Bewegte Sprache

Leben mit und für Mehrsprachigkeit

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Antonella Nardi and Dagmar Knorr

Mehrsprachigkeit begegnet einem heutzutage überall; sie hat alle Lebensbereiche und Kommunikationsformen erfasst. Mehrsprachigkeit wird gelebt, weil die Mitglieder unserer Gesellschaft selbst mehrsprachig sind. Es sind Personen, die ihre sprachlichen Ressourcen in das gesellschaftliche Miteinander einbringen – so wie Antonie Hornung, der dieser Band gewidmet ist. Hierzu gehört auch der Wechsel zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Regionen. Mit den Personen bewegt sich auch die Sprache. Der Umgang mit Mehrsprachigkeit umfasst individuelle, didaktische und wissenschaftliche Facetten, die in diesem Band beleuchtet werden. Daher sind die Beiträge auf Deutsch, Italienisch, Englisch und Spanisch verfasst und vertreten sprachwissenschaftliche, didaktische und literaturwissenschaftliche Diskurse, die Mehrsprachigkeit in verschiedener Weise thematisieren. Gemeinsam ist ihnen die Basis, einen Menschen als Individuum mit seinen sprachlichen Fähigkeiten wahrzunehmen und wertzuschätzen.
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Die Marquise von O…: Die Aufwertung des Wertwidrigen: Cesare Giacobazzi

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Infolge der widersprüchlichen Erfahrung, das derselbe Mensch sich sowohl als Engel als auch als Teufel erweisen kann, verspürt die Marquise von O… die Notwendigkeit, ein neues ethisches System zu finden, das neue Maßstäbe setzt. Sie will dementsprechend in Erfahrung bringen, ob der Offizier vom Ethos der Fülle geprägt ist und alles aufnehmend auch das Wertwidrige positiv aufzuwerten weiß.Der seltsame Fall der Marquise von O… zeigt uns, wie wir die ethische Dimension einer Tat nicht beurteilen können, solange wir nicht ihre grundlegende Natur in Erfahrung gebracht haben. Ihre ethische Beschaffenheit ist nicht unmittelbar zu erkennen, sondern sie zeigt sich erst, wenn wir den Täter auf die Probe stellen, d. h., wenn wir gewillt sind, ihm die Gelegenheit zu geben, das Positive in dem hervorzuheben, was als bloße Negativität auftrat. Das Ethische gehört also nicht unmittelbar zur Tat und daher ist diese nicht selbstverständlich, sondern sie braucht die menschliche Bereitschaft, über das Selbstverständliche hinaus das zu verstehen, worauf es gründet. Da dabei den Prinzipien einer universellen und normativen Ethik widersprochen wird, wird eine Subjektivierung dessen herbeigeführt, was der Mensch als unethisch bzw. ethisch versteht.Beide, der Graf und die Marquise, erweisen sich gleichermaßen mündig, indem sie von ihrer Entscheidungsfreiheit bzw. ihrer Urteilskraft als emanzipierte Menschen Gebrauch machen. Ihre Macht, Negatives ins Positive umzuwenden, hängt also mit dem mündigen und problematischen Bewusstsein zusammen, wonach auch Ungerechtes nicht das sein kann, was es scheint. Aus...

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