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Jesus, der Kyrios?

Die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses

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Gertrud Pechmann

« … denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden.» (Röm 10,9) So lautet eines der ältesten Glaubensbekenntnisse des Neuen Testaments, das der Apostel Paulus in seinem Römerbrief überliefert hat. Es benennt den Kern des christlichen Bekenntnisses: Gott ist in Jesus Christus ein Mensch geworden, der gestorben und auferstanden ist. Aber wer war Jesus, wie sehen und verstehen ihn das Neue Testament, die Leben-Jesu-Forschung, die Ökumenischen Konzilien, moderne Theologen wie Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar sowie populäre Schriftsteller wie Gilbert Keith Chesterton und Clive Staples Lewis? Dieser Spur folgt das Buch. Es geht davon aus, dass die Person Jesus Christus eine Herausforderung für Glaube und Verstand ist, und möchte die Argumente christlicher Denker für die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses darstellen.
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4. Die christologischen Konzilien

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Um die christologische Debatte besser zu verstehen, soll zunächst das Werden der Kirche und ihre Ausbreitung in den ersten Jahrhunderten über die Jerusalemer Urgemeinde hinaus umrissen werden. Dabei werden in einem ersten Teil die drei großen Missionsrichtungen nach Kleinasien, Syrien und Mesopotamien sowie Ägypten näher beschrieben. In einem zweiten Teil werden die theologischen Diskussionen im Umfeld und während der ökumenischen Konzilien des ersten Jahrtausends dargelegt.

Als die Einheit der Reichskirche im sechsten Jahrhundert zerbrach, konnte das Christentum bereits auf eine lange Geschichte in den Ländern des Orients und Okzidents zurückblicken. Jesus und seine frühesten Jünger wirkten nach dem Zeugnis des Neuen Testaments zunächst in Galiläa und im Umfeld von Jerusalem. Von dort breitete sich das Christentum in drei Hauptrichtungen aus: Von Antiochia gelangte die Frohe Botschaft vor allem durch die Missionsreisen des Apostels Paulus nach Nordwesten, nach Kleinasien (Apg 16,6-10), Griechenland (Apg 17.18.19) und schließlich Rom (Apg 28,16).345 Zeugnisse für diese Missionsbestrebungen sind neben dem Bericht der Apostelgeschichte die Briefe des Paulus an die Epheser, an die Korinther und die Römer. Andere Missionare brachten das Christentum nach Nordosten, also von Antiochia über Edessa nach Mesopotamien. Wieder andere verkündeten das Evangelium in südlicher Richtung in Ägypten.346

Jesus Christus legte mit seinem Wirken in Palästina den Grundstein für die Entwicklung der Kirche. Die Kindheitsberichte des Matthäus und Lukas berichten ← 83 | 84 →von der Geburt Jesu347 zwischen 7...

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