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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Edited By Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Jusuf Naoums Kaffeehausgeschichten: ein neues Genre in der deutschen Literaturlandschaft?

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Die Erscheinung einer deutschen Version der Tausendundeinen Nacht im 19. Jahrhundert hat das Interesse der deutschsprachigen Länder für die Literatur aus dem Orient, insbesondere für die arabische Literatur, geweckt. Dieses Interesse wurde später verstärkt durch weitere wichtige Ereignisse wie die Verleihung des Literaturnobelpreises an den Ägypter Nagib Mahfus1 im Jahre 1988 oder die Bemühungen der verschiedenen Buchmessen, insbesondere der Frankfurter Buchmesse2, um die Bekanntmachung dieser Terra incognita. Neben dieser in der arabischen Sprache verfassten und ins Deutsche übersetzten Literatur gibt es aber auch seit vielen Jahrzehnten eine arabische Literatur in deutscher Sprache, die sogenannte „arabisch-deutsche Literatur“ (Khalil 1996), die vor allem von arabischen Migranten in Deutschland oder von deren Nachfahren produziert wird und zu deren prominenten Vertretern Rafik Schami, Salim Alafenisch, Adel Karasholi, Huda al-Hilali und Jusuf Naoum zu zählen sind. Der Libanese Jusuf Naoum, der seit einem halben Jahrhundert in Deutschland lebt, setzt die in den arabischen Ländern weit verbreitete mündliche Erzähltradition in seinem Aufnahmeland fort und hat sich durch sein literarisches Werk, besonders durch seine bisher in drei Bänden gesammelten, meistens zuerst mündlich erzählten Kaffeehausgeschichten, einen Namen gemacht. Es ist aber schon bekannt, dass europäische Kaffeehäuser seit eh und je als Orte literarischer Produktion und/oder Rezeption gelten (Reato 1999), so dass manche Kulturwissenschaftler Überlegungen über die Anwendbarkeit der Bezeichnung „Kaffeehausliteratur“ auf die so entstandenen Texte (Rössner 1999) angestellt haben. Außerdem soll unterstrichen werden, dass Konkurrenz und Innovation zu den...

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