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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Anmerkungen zur Thematik von Migration und kultureller Diversität bei Jordanes und in der deutschen Literatur des Mittelalters

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Vorbemerkung: Vorstellungen von Migration in der Antike

Migration ist so alt wie tierische und menschliche Lebewesen. Die erste große, paläoanthropologisch bedeutsame Migration ist in der Auswanderung der Hominiden aus Afrika nach Eurasien vor zwei Millionen Jahren zu sehen (vgl. Weniger 2001: 39f.). Migration endete auch nicht mit der Herstellung von Behausungen durch den Homo erectus (vgl. Weniger 2001: 94–98) oder mit der Domestikation von Pflanzen und Tieren und der Sesshaftwerdung vor 10.000 Jahren (vgl. Weniger 2001: 128–135). Jungsteinzeitliche Bauern der Levante besiedelten dann vor rund 8.500 bis 9.000 Jahren Europa – nach neuesten Erkenntnissen auf dem Seeweg über die Ägäis, wobei die Inseln als Trittsteine dienten („Inselhüpfen“, http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17652-2014-06-10.html).

Die größten historischen Migrationswellen finden in der Spätantike bis hinein ins frühe Mittelalter statt. War in den Gebieten an den nördlichen und östlichen Grenzen des Römischen Reiches die Lage schon zu Beginn unserer Zeitrechnung höchst instabil, so überfluteten in den folgenden Jahrhunderten und dann vor allem ab dem Ende des 4. Jahrhunderts zahllose Völkerschaften den vorderasiatischen und europäischen Raum. Diese so genannte Völkerwanderung, die nach der Schlacht von Hadrianopel (heute Edirne im Dreiländerdreieck Türkei-Bulgarien-Griechenland) 378 n. Chr. besonders massiv einsetzte und zwei Jahrhunderte andauerte, war in historischer Zeit ohne Zweifel die größte Migration der „Alten Welt“. Sie hatte aber schon „eine fünfhundertjährige Vorgeschichte“ (Rosen 2009: 37–56). Gehen wir zurück an den Beginn unserer Zeitrechnung,...

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