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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Der politische Umbruch von 1989 aus dem Blickwinkel verschiedener Generationen in Sprachbiografien: Ulla Fix / Sophia Schleichardt

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Wie können sich politische Umbrüche in den sprachlichen Erfahrungen von Menschen niederschlagen? Was hat man eigentlich unter ‚Sprachbiografien‘ zu verstehen? Und schließlich: Wie unterscheiden sich diese Erfahrungen im Hinblick auf den politischen Umbruch von 1989 und seine Folgen in den verschiedenen Generationen? Diese Fragen könnte man sich angesichts des Beitragsthemas stellen. Im Folgenden wollen wir uns ihnen mit Blick auf verschiedene Generationen nähern. Es soll gezeigt werden, wie sich die gravierenden Änderungen der Lebensumstände durch den politischen Umbruch von 1989 in den heutigen ‚neuen Bundesländern‘ auch auf den Sprachgebrauch der Betroffenen ausgewirkt haben, was Sprache aus der damaligen Sicht vieler zu einem eminent politischen Faktum gemacht hat. Es wurde offenbar, dass sich sprachliche Verhältnisse biografisch auswirken können. Ein Beispiel für einen lokal begrenzten Fall: Wenn ein Sachse in die alten Bundesländer wechselt und sich dort durch seinen Dialekt als ‚aus dem Osten Zugezogener‘ zu erkennen gibt, kann es ihm passieren, dass er herablassend betrachtet wird – nicht der lokalen, sondern der sozialen Verortung wegen. Ein Beispiel für grundlegende Erfahrungen der Generation, die den Umbruch im Erwachsenenalter erlebt hat: Vor 1989 gab man sich durch seinen Sprachgebrauch politisch zu erkennen: als angepasst, wenn man sich des Politjargons der Herrschenden bediente, als vom System abweichend, wenn man sich zu politischen Themen öffentlich mit seinen eigenen Worten äußerte. In der Folge des ‚Umbruchs‘ konnte man sich nun in aller Öffentlichkeit ungefährdet politisch zu jedem Thema äußern und es war...

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