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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Noch nicht in die Jahre gekommen… Altersdiskriminierung als Gegenstand der Sprachkritik: Petra Balsliemke

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Es fällt auf, dass Seniorinnen und Senioren besonders in der Werbung und in der Tourismusbranche gesondert als Zielgruppe angesprochen werden, wie es vor 20 Jahren noch nicht denkbar war: Sowohl öffentliche Institutionen als auch Unternehmen berücksichtigen die wachsende Anzahl älterer Menschen. Trotzdem sind Diskriminierungen gegenüber Älteren keine Seltenheit. Der Umgang mit ihnen scheint keineswegs so selbstverständlich vorurteilsfrei zu sein, wie es sich politisch korrekt gehörte. Diese gilt besonders im Arbeitsrecht, aber nicht zuletzt auch für die Kommunikation, z. B. in den Nachrichtenmedien, wenn von Vergreisung, Rentnerlawine gesprochen wird, aber auch im täglichen Miteinander, in dem von Grufties oder alten Knackern die Rede ist.

Der kokettierende Umgang mit dem Älterwerden, der auf so manchen Glückwunschkarten zum Geburtstag zu lesen ist, gehört zur humoristischen Seite und damit zu den harmlosen Formen des Umgangs mit Älteren. Achtet man aber genauer auf sprachliche Wendungen, z. B. im sogenannten Volksmund und in den Medien, erkennt man, wie tief etymologisch verwurzelt und auch wie zahlreich die Klischees gegenüber dem Alter und dem Älterwerden in der deutschen Sprache sind. Dazu existieren bislang nur wenige Arbeiten im deutschen Sprachraum (z.B. Kramer 2003; Kramer 2010; Krüger 2009). Obwohl in der Süddeutschen Zeitung in einer Meldung nicht mehr von einer Überalterung gesprochen wird, sondern die Wendung „angesichts der zunehmend alternden Gesellschaft“ (Süddeutsche Zeitung 03.05.2011, 5) zu lesen ist, stellt dieser nicht diskriminierende Sprachgebrauch eher eine Seltenheit dar. Der Beitrag soll zu einer sprachlichen Sensibilisierung bei...

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