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Phraseme im bilingualen Diskurs

«All of a sudden geht mir ein Licht auf.»

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Mareike Keller

Mehrsprachige Menschen verfügen über die Fähigkeit, mitten in einer Äußerung von einer Sprache in die andere zu wechseln. Dieses sogenannte Codeswitching wird von der Forschung inzwischen als systemhafte kommunikative Ressource anerkannt, deren Untersuchung interessante Einblicke in den Prozess der Sprachverarbeitung gibt. Diese Arbeit zeigt die Besonderheiten phraseologischer Mehrwortverbindungen im bilingualen Diskurs aus einer neuen Perspektive. Sie erläutert am Beispiel von Gesprächen deutscher Emigranten in die USA, welche Regelmäßigkeiten beim Codeswitching im Kontext von Phrasemen sichtbar werden und erklärt, wie sich Sprachmischungsphänomene an der Schnittstelle zwischen Syntax und Lexikon in die aktuelle Diskussion zu Mehrsprachigkeit und Sprachverarbeitung einbetten lassen.
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1 Phraseologie

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[D]espite a tendency among grammarians to treat idioms as a relatively marginal phenomenon, there are in fact thousands of them – probably as many as there are adjectives. So theories of grammatical structure and processing ignore idioms at their own risk. (Jackendoff 2002:167)

Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind konventionalisierte Mehrwortverbindungen mit komplexer Bedeutung, die im Folgenden als phraseologische Wortverbindungen, Phraseologismen oder Phraseme bezeichnet werden. Diese verfügen in der Regel über eine analysierbare grammatische Struktur, im Unterschied zu freien Syntagmen ergibt sich ihre Bedeutung jedoch nicht aus der Summe der Bedeutungen ihrer lexikalischen Komponenten, sondern erst aus einer spezifischen, usualisierten Kombination von Einzelelementen:

Phraseologische Wortverbindungen sind bezüglich ihrer internen Struktur meist bis zu einem gewissen Grad kompositionell, was sie freien Syntagmen ähnlich macht. Sie sind semantisch und/oder pragmatisch jedoch oft holistisch zu interpretieren, was sie mit Wörtern verbindet. So bilden sie einen Übergang zwischen Syntax und Lexikon. Phraseologismen können veraltete oder nicht mehr gebräuchliche Wörter enthalten, die nur im Rahmen einer festen Wortverbindung überdauert haben. Manche Phraseologismen weichen in ihrer grammatischen Form von der heutigen Norm ab, manche haben eine (zusätzliche) Lesart, die sich nicht mehr aus den Einzelbedeutungen ihrer Bestandteile ableiten lässt. Manche sind formal regulär, haben aber eine oder mehrere pragmatische Funktionen, die sich nicht allein aus der Bedeutung der einzelnen beteiligten Lexeme ergeben. Die folgenden Beispiele sollen verdeutlichen, dass diese Eigenschaften sowohl bei deutschen als auch bei englischen Phraseologismen in ähnlicher Weise...

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