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Finnische Germanistentagung 2012

Einblicke und Aussichten

Series:

Irma Hyvärinen, Ulrike Richter-Vapaatalo and Jouni Rostila

Die Finnische Germanistentagung 2012 brachte rund 70 FachkollegInnen aus dem ganzen Land nach Helsinki. Im Dialog mit renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Ausland thematisierten sie Aktuelles in Forschung und Lehre. Dieser Band enthält die Plenarvorträge und ausgewählte, in einem Referee-Verfahren begutachtete Sektionsbeiträge in vier Blöcken: «Einblicke in die Lage des Deutschen in Finnland», «Deutsch im Gebrauch», «Deutsch im Unterricht» und «Literatur als Kulturgut». Die rege Beteiligung und die Bandbreite der Tagung beweisen, dass es nicht schlecht bestellt ist um die finnische Germanistik, dass es jedoch gemeinsamer Bemühungen bedarf, um die akademische Existenz und den traditionell hohen Standard des Fachbereichs auch weiterhin zu sichern.
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Quaestio-Abweichungen im Polizeinotruf Was wollen die Interagierenden mit Abweichungen von einer kommunikativen Aufgabe bewirken?: Nea Auhtola

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Verwickeln sich die Teilnehmer eines Notrufgesprächs, der Disponent1 und der Anrufer, in ein Streitgespräch folgender Art, geschieht dies in dieser durch strenge Vorgaben gekennzeichneten Gesprächssorte kaum ohne Grund:

Beispiel (1): Fahrgäste

Die obige Debatte sowie das betreffende Notrufgespräch ziehen sich in die Länge, da die Beteiligten jeweils ein eigenes Gesprächsschema verfolgen. Der Disponent hat gespürt, dass sein Gesprächspartner bereit wäre, sich einer Verkehrsunfallflucht schuldig zu machen, statt sich an die polizeilichen Anweisungen zu halten und am Unfallort zu bleiben, und initiiert in der zitierten Passage einen unvorhersehbaren Vorwurf. Auf diese Weise macht er dem Anrufer klar, welches der in Frage kommenden Gesprächsschemata mit dem dazugehörigen Verhaltensmodell aus der Sicht der Notrufzentrale relevant ist. Trotz der Rolle des Disponenten als Gesprächsführer können es aber durchaus auch Anrufer sein, die zu einem bestimmten Zweck eine Abweichung vom Gesprächskern initiieren. ← 113 | 114 →

Notruftelefonate weisen viele der für die institutionelle Kommunikation typischen Charakteristika auf: Unter anderem kommt die Asymmetrie zwischen der Wissens- und Erfahrungbasis der Beteiligten in einem Notruftelefonat oft so zum Tragen, wie es in der prototypischen institutionellen Kommunikation der Fall ist (Heritage/Clayman 2010, 49; 53f.).2 In diesem Beitrag wird das Hauptaugenmerk darauf gelegt, den umfangreicheren Wissensstand des Disponenten in Bezug auf eine erfolgreiche Notrufabfrage mit dem eher laienhaften Wissen des Anrufers zu vergleichen. Dass einige Anrufer trotzdem dazu in der Lage sind, eigenständig eine Abweichung von der...

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