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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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IV. Zur Chronik als Literatur

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Die komplexe Aufgabe, vor der der Chronist stand, spiegelt sich in Aufbau und Gliederung seines Werks wider, das er ebenso schlicht wie unspezifisch als liber bezeichnet. Der Titel Chronica terre Prussie unter dem das Werk geführt wird, stammt, ebenso wenig wie der Titel der populäreren Übersetzung Die Kronike von Pruzinlant des Nikolaus von Jeroschin vom Autor selbst,239 trifft aber den Inhalt doch ziemlich gut.

Am Anfang steht eine epistola, der unumgängliche Widmungsbrief240, gefolgt von einem Prologus. Erst daran schließt sich die Gliederung De modo agendi huius libri an. Beide Teile machen etwa 2 Prozent des Gesamttextes aus.

Das eigentliche Geschichtswerk gliedert sich danach mit den Worten des Autors in vier Teile:241

In diesem letzten Teil baut der Chronist auf zwei verbreiteten Quellen auf, die in keiner Verbindung zum Orden stehen: Der Kirchengeschichte des (P)Tolomeo von Lucca (libri XXIV. ecclesiasticae historiae novae; bis 1294)242 und der Kaisergeschichte des Martin von Troppau (Chronicon mit Redaktionen von 1268/1271/ 1277).243 In die „Begebenheiten“ werden vom Autor die nicht-preußischen Dinge abgeschoben. Dusburg hat schon in der Anlage seines Werkes seine Prioritäten deutlich gesetzt.

Der überlieferte Text enthält ferner ein Supplementum mit 20 Kapiteln, knapp 3 Prozent des Gesamttextes. Er endet dramatisch mit dem Bericht von der Ermordung des Auftraggebers.

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