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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXVIII. Das Recht auf das Land. Das Kruschwitzer Privileg

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Zu den Verlierern im Spiel zählte eindeutig Bischof Christian und mit ihm der Dobriner Ritterorden, den sein Amtsbruder, Bischof Günther von Płock gemeinsam mit Herzog Konrad nach dem Vorbild des Schwertbrüderordens ins Leben gerufen hatte. Die treibende Kraft dahinter war fraglos Bischof Christian gewesen, der sich das Scheitern seiner gewaltlosen Missionierung eingestehen musste; er gilt in der Forschung als der eigentliche Gründer des Ordens der milites Christi de Prussia, der eine Verfügungstruppe hätten bilden sollen,2192 wie sie sich Bischof Albert von Riga geschaffen hatte. Bischof Christian war eindeutig der Mann der Kurie gewesen, dem man zutraute, die Missionierung des Prussenlandes voranzubringen, ohne ← 517 | 518 → durch einen ostentativen Herrschaftsanspruch die prussischen Stämme zu verprellen.2193

Im weiteren Verlauf entschied die kuriale Politik für die „stärkeren Bataillone“, d.h. für den Orden und gegen die Rechte des von ihr berufenen Bischofs. Nicht ganz so offensichtlich stand auch der Herzog von Masowien und Kujawien,2194 der den Deutschen Orden zu Hilfe gerufen hatte, am Ende des Tages als Verlierer da. Das faktische Ergebnis der Ordensintervention, die er selbst angestoßen hatte, kann er weder gewollt noch vorhergesehen haben; das lässt sich an seiner spürbar von Abwehr und trotzigem Stolz geprägte Haltung ablesen, die sich in den diesbezüglichen Dokumenten nach 1230 niederschlug. Auch er hatte sich Optionen vorbehalten wollen; dafür spricht die Gründung des Dobriner Ordens im Jahr 1228, ca. drei Jahre nachdem er den Deutschen...

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