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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XLI. Konflikte auf diplomatischer Ebene

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Der Chronist hatte wohl einen Trennungsstrich zwischen den beiden Phasen seiner Geschichte des Preußenlandes gezogen, dem Kampf um Preußen und den Litauerkämpfen, der durch seine absichtsvolle Beiläufigkeit auffallen muss, unter der Überschrift, wie bereits zitiert: Explizit bellum Prussie, Incipit bellum Lethowinorum (Chronik III, 221). Im Bewusstsein, Kampf als Berufung und Beruf auszuüben, nach der Devise: Kämpft die Feinde nieder, wo ihr sie trefft, kamen die Ritterorden ← 665 | 666 → den Legionären Roms nahe. Der Autor verkündet so die Fortführung des Ordensauftrags (Prolog zu den Statuten):2581 sî sint rittere und erwelte strîtere, doe durch minne der ê [Gesetz] unde des vaterlandes vertiligent die vîende des gelouben mit einer starken hant Gewechselt hatte nur der Name, nicht die Natur der heidnischen Feinde. Als im Jahre 1283 […] alle Völkerschaften in diesem Lande [Preußen] bezwungen und ausgerottet waren, sodass nur noch eine übrig geblieben war, die der hochheiligen römischen Kirche ihren Nacken noch nicht in Demut gebeugt hatten, eroffneten die Brüder […] den Krieg. Das war Sinn und Zweck der ideologischen „Rüstung“, die Dusburg für seine Ritterbrüder bereithielt (vgl. Kap. XVII). Nur war die Situation in der Regio im Jahre 1283 ungleich komplexer als zu Beginn des bellum Prussie 53 Jahre zuvor. Ob es dem Berichterstatter selbst bewusst gewesen war oder nicht, die Fortsetzung seines Berichts lässt nicht erkennen, dass die Karten neu gemischt worden waren, speziell im Verhältnis zu den (christlichen) Nachbarn in der Runde....

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