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Zwischen Ideal und Ambivalenz

Geschwisterbeziehungen in ihren soziokulturellen Kontexten

Edited By Ulrike Schneider, Helga Völkening and Daniel Vorpahl

Der Sammelband bietet einen interdisziplinären Überblick über die Darstellung von Geschwisterbeziehungen und die Verwendung geschwisterbezogener Termini innerhalb abendländischer sowie antiker nahöstlicher Kulturtraditionen. Zum einen erörtern die Autoren spezifische Darstellungsformen, Prämissen und Funktionen exemplarischer Geschwisterpaare in Literatur, Bildender Kunst, Musik, Philosophie und historischer, gesellschaftspolitischer sowie religiöser Tradition. Zum anderen befassen sie sich mit den jeweiligen metaphorischen Rezeptionen und Adaptionen geschwisterlicher Termini, Motive und Zuschreibungen.
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Geschwister, Geschwisterlichkeit und Serien bei Robert Walser

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Dagmar Bruss

Abstract

Starting from Juliet Mitchell’s theory of sibling relations and Georg Simmel’s figure of the stranger, this article focuses on the importance of sibling relations in Robert Walser’s work. By tracing the way from the literal notion of siblings to an entire series of peers, its relevance for early 20th century’s mass society is shown.

Ist im Zusammenhang mit Robert Walser von Geschwistern die Rede, denkt man unwillkürlich an den ersten seiner drei Berliner Romane, Geschwister Tanner. Weil die dort auftretenden Geschwister aber, wie so viele der Figuren in Walsers Prosatexten, zugleich auf dessen reale Geschwister verweisen,1 gerät man ohne viele Umwege zu den Geschwistern Walser und von dort zu deren bekanntestem Paar: den Brüdern Karl und Robert Walser. Deren Geschichte habe „etwas von der Polarität eines Märchenstoffs“ – während der eine zu Lebzeiten als Maler erfolgreich war, der andere jedoch scheiterte, kehrt sich dieses Verhältnis nach dem Tod der beiden um. Robert Walser ist heute als Verfasser zahlloser Prosastücke und der Mikrogramme weithin bekannt, während der Maler und Bühnenbildner Karl Walser fast völlig in Vergessenheit geraten ist.2

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