Show Less
Restricted access

Grenzüberschreitende Insolvenzverfahren in Südafrika

Series:

Silvio Kupsch

Südafrika hat mit dem Cross-Border Insolvency Act 42 im Jahre 2000 als eines der ersten Länder das UNCITRAL Modellgesetz über grenzüberschreitende Insolvenzverfahren in die nationale Gesetzgebung übernommen. Der Autor unternimmt vor diesem Hintergrund einen Funktionstest des südafrikanischen Internationalen Insolvenzrechts insgesamt. Hierbei zieht er rechtsvergleichend auch die entsprechenden Regelungen des Europäischen Insolvenzrechts, des deutschen autonomen Internationalen Insolvenzrechts und von Rechtsordnungen heran, die ebenfalls das UNCITRAL Modellgesetz in ihre staatliche Gesetzgebung übernommen haben. Die Sichtweise des Autors ist zudem geprägt durch eigene, langjährige Praxiserfahrungen sowohl in einem Insolvenzverwalterbüro als auch anwaltlich beratend auf Gläubigerseite.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 7: Insolvenzkollisionsrecht

Extract

Das südafrikanische Insolvenzkollisionsrecht ist bis dato gänzlich unterentwickelt. Gesetzliche Regelungen sind quasi nicht existent, sieht man von den oben bereits erläuterten Verweisungen im Cross-Border Insolvency Act auf das südafrikanische Recht ab.1280 In den veröffentlichten Entscheidungen wurden insolvenzkollisionsrechtliche Problematiken bisher kaum explizit aufgegriffen und diskutiert. Im südafrikanischen Schrifttum macht sich das bisher fehlende Interesse, sich insgesamt systematisch in die komplexe Spezialmaterie des Internationalen Insolvenzrechts einzuarbeiten, ganz besonders im Insolvenzkollisionsrecht bemerkbar. Das heißt nicht, dass kollisionsrechtlich relevante Sachverhaltskonstellationen im südafrikanischen Insolvenzrecht nie aufgetreten wä- ren oder keine Bedeutung hätten. Nur wurde ihre Existenz bisher kaum als allgemeines Problem grenzüberschreitender Insolvenzverfahren wahrgenommen. So kam es nach Auffassung des Transvaal Supreme Court in Re African Farms im Zusammenhang mit der Anerkennung eines englischen Insolvenzverfahrens nicht auf die Insolvenzfähigkeit der betroffenen company nach südafrikanischem Recht sondern auf die Insolvenzfähigkeit nach englischem Recht an.1281 Genauso handelt es sich bei der Entscheidung in Ex Parte Robinson zur Frage, ob ein nach südafrikanischem Recht nicht qualifizierter Insolvenzverwalter anerkannt werden könne,1282 um eine insolvenzkollisionsrechtliche Entscheidung. Insgesamt blieb es jedoch bei einigen wenigen Einzelentscheidungen, aus denen bisher keine allgemein gültigen Prinzipien abgeleitet wurden.

← 273 | 274 → Eine der wesentlichen Ursachen für den unterentwickelten Zustand ist die bereits erläuterte Tatsache, dass das Gros der zum Internationalen Insolvenzrecht veröffentlichten Entscheidungen aus der Kolonialzeit und den frühen Jahren der Südafrikanischen Union stammt. Die den damaligen Entscheidungen zugrundeliegenden Sachverhalte betrafen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.