Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

Series:

Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
Show Summary Details
Restricted access

Über Wesen und Sinn der Freiheit. Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss!

Extract

29

Was Freiheit ist, erkennt am besten, wer sie verlor. Was die Freiheit wert ist, weiß der am besten zu schätzen, der ihrer beraubt wurde. Im gewöhnlichen Leben der sogenannten normalen Zeiten hält jeder sie für etwas Selbstverständliches. Kein Mensch, der stets fei war, wird sich normalerweise die Frage vorlegen, wie er sich dem Leben gegenüber noch verhalten solle, wenn ihm seine Freiheit genommen würde. Die Freiheit ist wohl etwas wie eine „Voraussetzung für alles andere“. Ein Leben ohne Freiheit ist kein volles Leben. Wir können uns den in die Unfreiheit hineingeborenen Menschen, dem die Unfreiheit selbstverständlich ist, überhaupt nicht vorstellen. Unser Leben hat für uns nur einen Sinn, wenn wir es in Freiheit leben. Wir halten die Freiheit für die selbstverständlichste Voraussetzung unseres Lebens; ohne sie kann es keine Realisierung, keine volle Realisierung der Lebenswerte geben. Bei allem anderen, und wenn es noch so vollkommen wäre, würde doch etwas fehlen, wenn die Freiheit fehlte. Kein edler Genuss ist vollkommen, wenn wir ihn nur im Kerker zu kosten bekommen. Ein Becher des edelsten Weines, mir in die Gefängniszelle gereicht, ist mir doch nicht das, was ein ganz gewöhnlicher Landwein mir sein mag, den ich draußen in der Freiheit trinke.

Grundbedingungen unseres Lebens. Die Freiheit wäre also, so scheint es, etwas wie eine Grundbedingung unseres ganzen Lebens, die wir uns überhaupt nicht wegdenken können und ohne die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.