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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited by Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Deutsche Philosophie von Italien aus gesehen

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Ernesto Grassi schrieb unlängst ein philosophisches Büchlein Dell’apparire e dell’essere („La Nuova Italia“ Editrice, Firenze), dessen zweiter Teil Linee generali della filosofia tedesca contemporanea eine zusammenfassende Gesamtübersicht über die neuste deutsche Philosophie zu geben versucht. Grassi geht aus von der Zeit des Darniederliegens des philosophischen Denkens und der Vorherrschaft einer positivistisch-materialistischen Trivialphilosophie. Wundt, der zwar die Beschränktheit der naturwissenschaftlichen Erkenntnis durchschaute, erreichte noch keine prinzipielle Durchbrechung des Bannes der alleinseligmachenden Naturwissenschaft und des Empirismus. Die empiristische Zurückführung der Philosophie auf Naturwissenschaft und die Begründung der gesamten Philosophie auf die psychischen Tatsächlichkeiten, wirkte sogar noch so stark nach, dass selbst der scheinbar radikalste Gegensatz, der Marburger Neukantianismus, sie nicht vollständig überwand; ist doch selbst hier Philosophie die Auffindung der transzendentalen Formen, des apriorischen Gehaltes der Naturwissenschaften. Driesch und Becher scheinen Grassi auf einem sterilen Nebengässchen zu wandeln; Grassi sieht hier doch wohl zu stark das Fortleben der empiristischen Blickrichtung. Eine eingehende Darstellung wird Dilthey gewidmet; Grassi versucht, die Gründe seines Versagens zu klären. Auch gegen Sprangers Typenlehre wird eingewandt, dass Sprangers Allgemeines doch etwas durchaus Willkürliches, doch nur ein empirischer Begriff sei.

Den eigentlichen entscheidenden Vorstoß zu Neuem sieht Grassi mit Recht in Husserls Phänomenologie, von der eine gut zusammenfassende Darstellung gegeben wird. Grassi übt jedoch an den eigentlichen tragenden Grundgedanken der Phänomenologie Kritik. Der aus der damaligen geistesgeschichtlichen Lage freilich verständliche Grundmissgriff Husserls wäre es nach Grassi gewesen,...

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