Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

Series:

Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
Show Summary Details
Restricted access

Die philosophische Handbibliothek

Extract

115

Wir leben heute in einer Zeit allergrößter, geistiger Auseinandersetzungen. Alle Daseinsgüter scheinen als Werte fragwürdig geworden zu sein; im praktischen Leben scheint alles nach wirtschaftlichen Maßstäben gemessen zu werden; ein Zeitalter, so geistlos öde wie noch keins, ein Zeitalter seelenlosester Mechanisierung scheint angebrochen. Und doch schlummert gerade in den Menschen der gegenwärtigen Zeit eine tiefe, unstillbare Sehnsucht nach vollem, reichem und schönem Leben, eine Sehnsucht, das Leben auf ewigen und unwandelbaren Grundlagen aufzubauen. Ein entwurzeltes, friedloses Geschlecht sehnt sich nach Heimat und stillem Frieden, verlangt danach, sich aus der hastendem Unrast auf eine Insel seliger Beharrung zu flüchten, zu flüchten nicht in eine Welt erträumten Scheins, sondern in eine wahre, wirkliche Welt, die nur hinter dem Sinnenschein verborgen läge.

In solchen Zeiten tritt die Königin der Wissenschaften, die Philosophie, die da „die Wissenschaft von den tiefsten Gründen“ heißt, wie eine heilkündende Zauberin vor die sehnende Menschheit hin. Gerade solche Zeiten, die, von außen gesehen, am wenigsten „philosophisch“ scheinen, sind es, die den Hintergrund abgeben, von dem sich die scharfen Konturen der größten philosophischen Denker abheben. Sie suchen inmitten einer Welt, die sich selbst verlor, nach letzten und höchsten Normen des Seins, nach unentwurzelbaren Lebenswerten. – So wird die Philosophie in solchen Krisenzeiten zur Wegweiserin und Bahnbrecherin. Sie scheint dazu in der heutigen Zeit berufen. Zwar sind die Fragen, die dem philosophischen Geist zunächst begegnen, und die als...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.