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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Gibt es eine christliche Philosophie?

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Diese Frage wirft Étienne Gilson im Septemberheft der Zeitschrift „La Vie Intellectuelle“ auf. Das Problem ist ihm als philosophie-geschichtliches Problem zum Teil identisch mit der anderen Frage, ob die verschiedenen Scholastiken des Mittelalters, die christliche, die islamische, die jüdische den Namen Philosophie verdienen. Scholastik feindliche Historiker glauben zunächst feststellen zu können, dass es niemals etwas wie eine christliche Philosophie gab, selbst nicht im Mittelalter. Für diese vermeintliche, von den Historikern festgestellte Tatsache wissen gegnerische Philosophen dann auch noch den Grund. In vorderster Front stehen die reinen Rationalisten; sie argumentieren so: die Religion gehört nicht zur Ordnung der Vernunft, die Vernunft ihrerseits hängt nicht von der Ordnung der Religion ab; die Ordnung der Vernunft ist aber die Philosophie; also besteht eine wesenhafte Unabhängigkeit der Philosophie von allem, was nicht sie selbst ist und ganz besonders von jenem Irrationale, das da Offenbarung heißt. Ebenso wenig wie es eine christliche Mathematik oder eine christliche Medizin gäbe, gibt es auch eine christliche Philosophie. Gilson arbeitet nun gut heraus, wie die Einstellung mancher Neuscholastiker zur Frage nach der Möglichkeit einer christlichen Philosophie weitgehend von der der Scholastik Gegner beeinflusst hat. Manche lassen nicht nur die Prämissen, sondern auch noch die Folgerung jenes ebenerwähnten Syllogismus gelten. Was sie bestreiten, ist lediglich die gegnerische Behauptung, dass niemals ein christlicher Denker eine Philosophie begründet habe; denn Thomas von Aquin hat es ja nach ihrer Ansicht getan. Der Unterschied zwischen diesen Neuscholastikern und...

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