Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

Series:

Anton Hilckman

Edited by Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
Show Summary Details
Restricted access

Zum neuen Aufbruch der christlichen Philosophie

Extract

151

In Frankreich ist eine interessante Diskussion im Gange, in der es darum geht, ob so etwas wie eine christliche Philosophie wirklich ein sinnvoller Begriff ist. Eröffnet wurde die Erörterung von Étienne Gilson, dem bekannten Philosophen und Philosophenhistoriker der Sorbonne, der seinen diesbezüglichen Aufsatz aus der „Vie Intellectuelle“ inzwischen zu einem Buche erweitert hat. Gilson versuchte, auf die Frage eine historische Antwort zu gewinnen und kam zu einem positiven Resultat. Gilsons Gedanken und Fragen wurden von verschiedenen Seiten aufgenommen und weitergeführt. Besonderes Interesse verdienen die Darlegungen des durch seine religionsgeschichtlichen Arbeiten bedeutenden Jesuiten Huby; sie erschienen erstmalig unlängst in den „Études“; wir zitieren nach dem Abdruck in der Brüsseler Halbmonatsschrift „La Cité Chrétienne“ vom 20. September. Huby geht von Gilsons Satze aus, dass alles Gedankengut, das von der mittelalterlichen Philosophie der vorausgehenden nichtchristlichen Philosophie entnommen sei, in ihr gleichsam assimiliert worden sei, eine tiefgreifende Wandlung und Umformung durchmachen musste, um Bestandteil eines geistigen Ganzen zu werden, in dem kein Teil sein kann, der nicht sich als Bestandteil dieses Ganzen zu erkennen gäbe. Das führt Huby dahin, zu untersuchen, worin das eigentliche Wesen der christlichen Philosophie bestehe.

Wenn man wissen wolle, was gemeint sei, wenn man von christlicher Philosophie spreche, so tut man gut, zunächst einmal das Wort Philosophie in einem allerweitesten Sinne zu nehmen, etwa im Sinne des deutschen Wortes „Weltanschauung“, das Huby ausdrücklich heranzieht, wenn Plato und Aristoteles von Philosophie sprachen, so meinten sie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.