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Die Lebenslust zweier Pessimisten

Der Konflikt der modernen Kultur und Momente der Affirmation bei Luigi Pirandello und Eugene O’Neill

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Sainab Sandra Omar

Als Erneuerer des Theaters und mit einem ausgeprägten Hang zum Pessimismus sind Luigi Pirandello und Eugene O’Neill in die Literaturgeschichte eingegangen. Entfremdungserscheinungen und das nahezu unausweichliche Scheitern sind wiederkehrende Motive in den Werken beider. Sowohl Pirandello als auch O’Neill bekannten aber, sie seien gar keine Pessimisten und bejahen das Leben sogar. In dieser ersten vergleichenden Studie werden deshalb die affirmativen Momente im jeweiligen Werk akzentuiert. Vor dem Hintergrund der Zeitdiagnose des deutschen Philosophen Georg Simmel kann trotz der nihilistischen Haltung eine Lust am Leben und eine geradezu vitalistische Grundüberzeugung der Autoren offengelegt werden.
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1 Einleitung

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1.1 Pirandello und O’Neill – Weggefährten?

Kein Geringerer als T.S. Eliot beobachtete 1926:

I believe that in America, where Mr. O’Neill’s plays have a prodigious success, their author is placed with Pirandello […]. I know that Pirandello is a master of the technique of the theatre, as I have seen one or two of his plays; I believe O’Neill to be the same, because of the esteem which he enjoys.1

Dieser Vergleich des amerikanisch-britischen Nobelpreisträgers ist durchaus beachtlich, wobei er freilich jeden kontextuellen Zusammenhang zwischen Pirandello und O’Neill ausspart, um vielmehr auf die herausragende Stellung der beiden Dramatiker zu verweisen, die diese ganz offenbar schon zu Lebzeiten genossen. Keineswegs ist es dabei unüblich, dass Luigi Pirandello und Eugene O’Neill in einem Atemzug genannt werden; in verschiedenen Schriften zur literarischen Moderne oder zum Theater des 20. Jahrhunderts tauchen der Italiener und sein amerikanischer Zeitgenosse, etwa was die Erneuerung der dramatischen Form oder die Identitätsproblematik betrifft, gemeinsam auf. Der bedeutende Theaterkritiker Eric Bentley nannte in den 1950er Jahren zudem „the truth-illusion theme“2 als ein übereinstimmendes Motiv.

Eine vertiefte Auseinandersetzung scheint es mit Ausnahme der im folgenden Kapitel zu reflektierenden Aufsätze, die Pirandello und O’Neill vornehmlich aufgrund des gemeinsamen Stilmittels der Maske diskutieren, bislang indes nicht gegeben zu haben. Und man tut gut daran, gleich auf dieser ersten Seite festzustellen, dass die folgenden Ausführungen nicht so sehr als Vergleich gedacht sind – das erschiene zu plakativ und würde...

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