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Identität und Alterität

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Edited By Joanna Flinik and Barbara Widawska

Der Leitgedanke dieser Publikation ist die komplexe Frage nach der nationalen, kulturellen und persönlichen Identität. Welche Identitätsmodelle werden angeboten? Wie bildet sich die Identität im Spannungsfeld des Anderen und inwiefern ist das Andere bei der Herauskristallisierung der Identität notwendig? Bei einzelnen Fragestellungen zu Identität und Alterität geht es um eine Erforschung der Wechselbeziehung, die sich sowohl bei der Wahrnehmung von Fremdheit bzw. Anderssein manifestiert, als auch von Strategien der individuellen und kollektiven Selbstbestimmung beeinflusst wird. Die Studie diskutiert Identität und Alterität aus literatur- und kulturgeschichtlicher Sicht anhand von Künstlerbiographien, nationalen und kulturellen Symbolen, der Erfahrung von Heimat und Migration, der Wahrnehmung deutsch-polnischer Grenzregionen bis hin zu Sciencefiction-Inszenierungen und zeigt, dass Identität als Begriff sowohl für literatur- und kulturwissenschaftliche als auch für historische Analysen vonnöten ist.
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Fragen nach der kulturellen Identität des europäischen Bürgers

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L’identité d’une nation repose dans ses narrations.

Étienne Balibar, 2001

Lo scrittore è un bastardo, io attingo a varie letterature, russa, francese ecc. Però Il Gattopardo poteva nascere solo in Sicilia.

Andrea Camilleri, 2006

Zum heutigen Begriff ‚Weltliteratur‘

Voriges Jahr sind in der italienischen Zeitschrift „L’Indice“ einige Beiträge zum Problem der Beziehung zwischen Literatur und nationaler Identität erschienen.1 Kurz darauf wurde das Thema bei einer Tagung an der Turiner Akademie der Wissenschaften weiter entwickelt. Die meisten Wissenschaftler vertraten die These einer allgemeinen Globalisierung der Literatur, und das mit guten Argumenten: so beschäftigte man sich z.B. mit der Erzähltechnik der Abschweifung, die mit Heliodoros begann, um sich dann mit zahlreichen Variationen von Ariosto bis zu Cervantes und Sterne weiter zu entwickeln. Oder mit der Geschichte des Sonetts – von Petrarca über Shakespeare und Ronsard. Zur gegenwärtigen Literaturszene sprach man über die vielen indischen Schriftsteller, die heute auf Englisch schreiben – um nur ein bekanntes Phänomen zu nennen. Nicht vergessen wurde auch die sogenannte ‚Migrantenliteratur‘, die implizit die Existenz einer kulturellen und sprachlich hybriden Identität voraussetzt.

Zu diesen indiskutablen Fakten gesellt sich die dezentralisierende digitale Welt. Seit den 1990er-Jahren, als das Internet sich zum Massenmedium entwickelte, gelten elektronische Literatur und Hypertexte als alltägliche Genres einer integrierten, fortgeschrittenen Welt.

Das ist nicht falsch. Aber gerade hier möchte ich ansetzen. Obwohl man das Internet aus dem heutigen Leben nicht mehr wegdenken kann,...

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