Show Less
Restricted access

Sprechwissenschaft: Bestand, Prognose, Perspektive

Series:

Edited By Ines Bose and Baldur Neuber

Im Zeitraum von November 2012 bis Dezember 2013 feierten fünf prominente Professorinnen und Professoren der Sprechwissenschaft ihre Jubiläumsgeburtstage. Eva-Maria Krech, Jutta Suttner und Eberhard Stock jeweils den 80sten und Ursula Hirschfeld sowie Lutz Christian Anders jeweils den 60sten. Aus diesem Anlass fand ein Jubiläumskongress von höchstem inhaltlichem Anspruch statt, aus dessen Beiträgen dieser Band hervorgegangen ist. Ausgewählte, fachlich hochkarätige Autorinnen und Autoren präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse in Sprache und Sprechen, zu Fragen der Rhetorik, Phonetik, Phonologie, Sprecherziehung und Sprechkunst, und dies sowohl in der interpersonellen Kommunikation als auch in Musik und Film. Vom Ethikmanagement im Bankgewerbe über Kommunikationsberatung bis hin zum theatralen Prozess werden vielfältigste Bereiche des gesellschaftlichen Lebens fokussiert.
Show Summary Details
Restricted access

Die stilisierte Alltagssprache im theatralen Prozess: Uwe Hollmach

1Theatrale Prozesse

Extract

Die stilisierte Alltagssprache im theatralen Prozess

Uwe Hollmach

Zum Selbstverständnis der Sprechwissenschaft gehört es, Kommunikationsprozesse im gesellschaftlich-kulturellen Kontext erforschen und auf pädagogischer Ebene beeinflussen zu wollen. Die Dynamik dazu gewinnt die Sprechwissenschaft aus perspektivischen Betrachtungen und das im doppelten Sinne, etwa aus einer Haltung des ständigen Abgleichens heraus: Sich dem Zeitgeist stellen, so z. B. zwischen Anpassungsdruck, Veränderungswillen und Sprachpflege abzuwägen; Sprachverhalten mit ihren soziologischen, ästhetischen und phonetischen Standards zu bewahren oder weiterzuentwickeln. Maßgebliche Orientierungen hierzu bieten wiederum Perspektiven aus anderen Wissenschaften auf unser Fach, wie beispielsweise die Hirnforschung oder Theaterwissenschaft. Es entstehen daraus interdisziplinäre Sichtweisen, über die eine Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen bzw. ästhetischen Geschehen erreicht werden kann. Denn die Intention, Einfluss nehmen und multiplikativ wirken zu wollen – darum geht es auch in der Sprechkunst – führt gegenwärtig vorrangig über die Mitarbeit an theatralen Prozessen. Diese rücken damit in den Fokus sprechwissenschaftlicher Forschungen in Dissertationen oder in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten bzw. öffentlichen Trägern.

Beispielgebend hierfür steht ein Projekt in Bern (Schweiz), bei dem theatrale Prozesse in der Probenarbeit Gegenstand von Analysen sind (Julia Kiesler u. a., Beratung: Martina Haase) − ein Untersuchungsfeld, das die Theaterwissenschaft erst gegenwärtig wieder zu erschließen beginnt. In laufenden Graduierungsarbeiten wie der Dissertation von Deborah Ziegler wird die sprecherische Begleitung in Theaterproduktionen integriert. Das Thema zielt auf ein erhöhtes Sprachbewusstsein und damit auf eine verbesserte, da oft beklagte Sprachbehandlung durch die Regisseure. Hierzu wird...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.