Show Less
Restricted access

Sprechwissenschaft: Bestand, Prognose, Perspektive

Series:

Edited By Ines Bose and Baldur Neuber

Im Zeitraum von November 2012 bis Dezember 2013 feierten fünf prominente Professorinnen und Professoren der Sprechwissenschaft ihre Jubiläumsgeburtstage. Eva-Maria Krech, Jutta Suttner und Eberhard Stock jeweils den 80sten und Ursula Hirschfeld sowie Lutz Christian Anders jeweils den 60sten. Aus diesem Anlass fand ein Jubiläumskongress von höchstem inhaltlichem Anspruch statt, aus dessen Beiträgen dieser Band hervorgegangen ist. Ausgewählte, fachlich hochkarätige Autorinnen und Autoren präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse in Sprache und Sprechen, zu Fragen der Rhetorik, Phonetik, Phonologie, Sprecherziehung und Sprechkunst, und dies sowohl in der interpersonellen Kommunikation als auch in Musik und Film. Vom Ethikmanagement im Bankgewerbe über Kommunikationsberatung bis hin zum theatralen Prozess werden vielfältigste Bereiche des gesellschaftlichen Lebens fokussiert.
Show Summary Details
Restricted access

Das Thema Sprecherziehung im Lehramt – ein alter Zopf?: Siegrun Lemke, Leipzig

1Problemaufriss

Extract

Das Thema Sprecherziehung im Lehramt – ein alter Zopf?

Siegrun Lemke, Leipzig

Unbestritten ist das Thema „Sprecherziehung im Lehramt“ ein tradiertes, damit ein „altes“ Thema. Sprechkunde, Sprechwissenschaft und Sprecherziehung beschäftigen sich mit einschlägigen Fragestellungen nahezu seit ihrem Bestehen (u. a. Drach 1922; Krech 1951 / 52). Ist das Thema somit auch ein „alter Zopf“?

Das Thema „Rhetorik“ zum Beispiel gilt als aktuelles, als „modernes“ Thema, obwohl es seit der Antike diskutiert wird, deutlich länger also als das Thema „Sprecherziehung im Lehramt“. Weshalb haftet letztgenanntem ein Hauch von Antiquiertheit an? Liegen mögliche Gründe darin, dass das Thema nicht so öffentlichkeitswirksam kommuniziert wird wie beispielsweise „Rhetoriktrainings für Manager, Politiker, Medienvertreter“? Liegen sie darin, dass das Thema „Schule“ gemeinhin als nicht sonderlich attraktiv gilt, darin, dass der Terminus “Sprecherziehung im Lehramt“ gemeinhin mit verstaubten Korrekt-SprechÜbungen, und mit nicht näher definierten Stimmübungen gleichgesetzt wird; oder liegen die Gründe vielmehr darin, dass bisher ungezählte Versuche gescheitert sind, grundsätzliche Lösungen zu finden und angemessene Veränderungen zu erwirken?

Grundsätzliche Veränderungen sind nur zu erreichen – dies wird mit Nachdruck wiederholt – wenn gegenüber Verantwortungs- und Kostenträgern mit Hilfe empirisch gestützter Fakten nachgewiesen werden kann, dass Investition in die Ausbildung die kostengünstigere Variante darstellt, und wenn wissenschaftlich unterlegte, schlüssige und klar strukturierte Konzepte für sprechwissenschaftliche Arbeit in Lehramtsstudiengängen vorgelegt werden können.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.