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Kultureller Nationalismus und Religion

Nationsbildung am Fallbeispiel Irland mit Vergleichen zu Preussisch-Polen

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Annina Cavelti Kee

Lange Zeit fristete der kulturelle Nationalismus ein Schattendasein in der Forschung. Zu Unrecht, denn der kulturelle Nationalismus spielt eine entscheidende Rolle in der Ausbildung einer nationalen Identität. Indem er die Menschen mit ihrer eigenen Vergangenheit und Kultur konfrontiert, gelingt es den kulturellen Nationalisten, die Nationalität zu etwas Greifbarem zu machen. Dass der Religion in einem solchen Prozess ebenfalls eine entscheidende Bedeutung zukommen konnte, wird anhand Irlands und mit Vergleichen zu Preussisch-Polen deutlich. Dank der Histoire croisée kann dargelegt werden, wie eng das Wirken der kulturellen Nationalisten und der katholischen Geistlichen miteinander verknüpft war und wie stark diese beiden Akteure die nationalen Identitäten Irlands und Polens prägten.
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Kapitel 1. Einleitung

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Kapitel 1  Einleitung

Sieht man sich in der Forschung um, so scheint wenig so überholt zu sein wie die Nationalismusforschung. Der Fokus liegt auf dem Transnationalen, dem Globalen, auf dem Regionalen und nur noch selten auf dem Nationalen. Nationalstaaten gelten spätestens seit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Zerfall der Sowjetunion 1991 als veraltet, die weitläufige Meinung ist, dass sich weder die Wirtschaft noch die Menschen an nationalen Grenzen orientieren würden. Mobilität ist das Stichwort und Mobilität, so die Schlussfolgerung, weicht die Grenzen zwischen den einzelnen Nationalstaaten zusehends auf.

In der vorliegenden Studie wird diese Auffassung nur punktuell geteilt. Natürlich haben sich die Interessen und der Fokus in gewissen Gebieten verändert und sind globaler geworden. Trotzdem ist die Nation noch immer ein wichtiger Bezugsrahmen für die Menschen. Als eine Antwort auf die Globalisierung weiter Teile des sozialen und wirtschaftlichen Lebens, hat sich vielerorts eine Art Gegenbewegung gebildet, wodurch die Regionen und die Nationen wieder an Bedeutung gewonnen haben. Zudem darf der grosse Einfluss, den Nationen über Jahrzehnte hinweg und bis heute auf die Gesellschaft hatten und haben, nicht unterschätzt werden. In dieser Arbeit wird deutlich werden, wie wichtig die Nationalismusbewegungen im Prozess der Bildung einer nationalen Identität waren. Auch heute noch identifizieren sich viele Menschen aufgrund dieser nationalen Identität, sie spielt eine grosse Rolle in der Wahrnehmung und dem Selbstverständnis der Menschen.

Noch immer prägt wenig das Selbstverständnis...

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