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Direktionalia im Deutschen und im Polnischen

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Elzbieta Kazimierska

Die Arbeit untersucht unter semantischen und syntaktischen Aspekten Direktionalität und die sprachlichen Mittel ihres Ausdrucks im Deutschen im Vergleich mit dem Polnischen. In den Gegenstandsbereich fallen damit Direktionaladverbien und Direktionalpartikeln sowie verbale Aggregationen mit ihnen. Die deutschen wie die polnischen Direktionaladverbien können als Satzglieder die Funktion von Adverbialangaben, Adverbialergänzungen und Prädikativa haben oder als Attribute Teile von Satzgliedern sein. Im Deutschen werden sie zudem als Verbzusätze ins Verb inkorporiert. Dieses dem Polnischen unbekannte Phänomen liegt an der Schnittstelle von Wortbildungssyntagmatik und Syntax. Auszüge aus Pressetexten, online-Artikeln und Wojciech Cejrowskis Gringo wśród dzikich plemion bilden die Materialbasis der durchgeführten Analyse.
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4. Konstruktionen aus Verb und Adverb

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4.2 Zum Status der Konstruktionen aus Verb und Adverb

Die Verbindung deutscher Verben mit Direktionalia ist sowohl hinsichtlich des Systems des Deutschen als auch seines Gebrauchs ausführlich und vielfältig betrachtet worden. Die Grammatikographen stellen dabei meist die Frage, ob diese Verbindungen eine Art Wortbildungseinheiten oder kollokationale syntagmatische Einheiten repräsentieren. Traditionell werden Verben mit trennbaren oder untrennbaren Verbzusätzen als komplexe Wörter betrachtet und somit in der Wortbildung als spezifische Form der derivativen Präfigierung dargestellt (so in Fleischer / Barz 2007, 301). In der neueren Forschung dagegen werden sie von Weinrich (1993) unter „Konstitution“, von Altmann / Kemmerling (2000) als eigenständiger Wortbildungstyp unter „Partikelverben“ und von Eichinger (2000) unter „Inkorporation“ abgehandelt. Motsch (2004, 53) dagegen ist der Ansicht, dass Konstruktionen aus Adverb und Verb semantisch „in der Nähe von Präfigierungen“ stehen, wobei diese Fälle seines Erachtens nicht als Verbkomposita gelten sollten. Er fasst diese Konstruktionen dagegen als „lexikalisierte oder häufig verwendete syntaktische Konstruktionen aus Verben und Adverbien“ auf. Aus dieser Betrachtung solcher Konstruktionen als lexikalisierte Fügungen folgt konsequente Getrenntschreibung:

drauf legen, fort jagen, heim kehren, heran tragen, herauf ziehen, herum ziehen, hinauf klettern, nieder legen, runter fallen, vorbei kommen, zusammen kommen, zusammen setzen, zuwider laufen.

Für eine Einordnung als syntaktische Fügung sprechen die hohe Produktivität und die Tatsache, dass diese - nach wie vor weder hinreichend bestimmten noch abgegrenzten – Verben mit...

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