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Kinder- und Jugendliteratur der Romania

Impulse für ein neues romanistisches Forschungsfeld

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Ludger Scherer and Roland Ißler

Die Kinder- und Jugendliteratur der romanischen Länder ist, obwohl seit langem international erfolgreich, in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert. Dieser Band, der auf eine Sektion des Romanistentags 2013 zurückgeht, gibt nun Impulse für eine romanistische Kinder- und Jugendliteraturforschung. 20 Beiträge behandeln exemplarisch französische und frankophone, italienische, spanische und lateinamerikanische (auch brasilianische) Werke. Die hier angesprochenen fundamentalen literarhistorischen und theoretischen Fragestellungen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sind zudem interdisziplinär für praxisnahe universitäre und schulische Bildung und Lehre relevant.
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Klaus-Dieter Ertler Historischer Streifzug durch die Kinder-und Jugendliteratur Quebecs

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In den letzten Jahrzehnten hat die Kinder- und Jugendliteratur gerade in der frankokanadischen Provinz Québec einen beachtlichen Aufschwung erlebt. Dazu trugen die neueren frankokanadischen Texte maßgeblich bei.1 Wenngleich eine Definition nach wie vor problematisch bleibt, soll ein kurzer historischer Überblick über die Dynamik der Kinder- und Jugendliteratur vermittelt werden, um die wesentlichen Elemente und Vektoren zu beleuchten. Eine chronologische Darstellung soll ihre Positionierung im literarischen System der Provinz Québec wie auch in den frankophonen Kulturen ermöglichen. Im Vordergrund steht dabei die Frage, aus welchen diskursiven Kontexten die spezifisch frankokanadische Kinder- und Jugendliteratur entstanden ist.

Die Kinder- und Jugendliteratur im engeren Sinne lässt sich erstmals in der Zwischenkriegszeit des frühen 20. Jahrhunderts verorten, da sie in jener Zeit und in den folgenden Jahrzehnten – je nach politischer Gemengelage in unterschiedlicher Prominenz – ihre erste spezifische Ausprägung erfuhr. Andererseits liefert der Blick auf die nationale Geschichte einen wertvollen Aufschluss über die Entwicklung der kulturellen Selbstbeschreibung und ihren Einfluss auf die kollektive Identität, in deren Rahmen nicht zuletzt auch der Kinder- und Jugendliteratur eine zentrale Rolle des Erzählens zukommt.

Auch wenn es während der Kolonialzeit, d.h. während der Genese der frankokanadischen Gründungsdiskurse, noch keine umfassenden Nachweise für Kinder-und Jugendliteratur gibt – da die „Kindheit“ auf diskursiver Ebene erst mit dem 18. Jahrhundert „erfunden“ wurde –, können zahlreiche Vektoren ausgemacht werden, die eine frühe Zuschreibung ermöglichen. Gerade die Entdeckungs- und Eroberungsdiskursivik des 16. und 17. Jahrhunderts wirkte sich...

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