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Kinder- und Jugendliteratur der Romania

Impulse für ein neues romanistisches Forschungsfeld

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Edited By Ludger Scherer and Roland Ißler

Die Kinder- und Jugendliteratur der romanischen Länder ist, obwohl seit langem international erfolgreich, in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert. Dieser Band, der auf eine Sektion des Romanistentags 2013 zurückgeht, gibt nun Impulse für eine romanistische Kinder- und Jugendliteraturforschung. 20 Beiträge behandeln exemplarisch französische und frankophone, italienische, spanische und lateinamerikanische (auch brasilianische) Werke. Die hier angesprochenen fundamentalen literarhistorischen und theoretischen Fragestellungen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sind zudem interdisziplinär für praxisnahe universitäre und schulische Bildung und Lehre relevant.
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Italienische Kinder- und Jugendliteratur

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Bekanntlich reflektiert auch die Kinder- und Jugendliteratur den ‚Zeitgeist‘ und den gesellschaftlich-historischen Kontext, in dem sie entstanden ist. Zahlreiche Forschungsbeiträge haben Kindheitsauffassungen im Hinblick auf die „Funktion dieser Konstrukte im gesellschaftlichen Machtgefüge“1 hin untersucht. Mit Bezug auf diesen kulturgeschichtlichen Ansatz widmet sich dieser Beitrag zwei Beispielen der italienischen Literatur, die sich an Heranwachsende im Alter von circa zehn bis vierzehn Jahren richten. Ganz im Sinne nationalstaatlicher Genese und Konsolidierung stehen beide Werke im für das lange 19. Jahrhundert so typischen Zeichen paternalistischer und bürgerlicher Formung. Die Kinder- und Jugendliteratur soll unterhaltend erziehen, Werte transportieren, die Bürger von morgen formen und bei den jungen Lesern entsprechend ein bestimmtes Denken und Verhalten hervorrufen. Gerade deshalb lässt sie sich als Wissensdispositiv verstehen, und zwar in zweierlei Sinn: sowohl als Instrument des bloßen Wissenstransfers als auch als Instrument der Verhaltensführung.

Beide Begrifflichkeiten prädestinieren die Kinder- und Jugendliteratur daher für eine biopolitische Lektüre, kondensiert sich doch in ihr der Nexus von Macht und Wissen, von Machtwissen und Gouvernementalität. Entsprechend soll die vorliegende Analyse an die Überlegungen Michel Foucaults anknüpfen, die er unter anderem in Der Wille zum Wissen von 19762 und später insbesondere in seinen Vorlesungen am Collège de France aus den Jahren 1978/79 zur Geburt der Biopolitik3 ausführt. Unter Biopolitik ist die optimierte, auch institutionalisierte Verwaltung von Leben im Zeichen seiner (Selbst-)Disziplinierung und Ökonomisierung zu verstehen. Biopolitik richtet den Fokus...

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