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Joseph Ratzinger – Kirchliche Existenz und existentielle Theologie

Ekklesiologische Grundlinien unter dem Anspruch von "Lumen gentium"

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Maximilian Heinrich Heim

Mit der Wahl Papst Benedikts XVI. trat dessen Theologie in den Fokus ekklesiologischer Aufmerksamkeit. Dadurch erfuhr auch diese Arbeit neuerliche Beachtung. Noch im Jahr 2005 konnte eine 2., korrigierte und ergänzte Auflage im vierfachen Volumen der Erstausgabe erscheinen; bereits zwei Jahre später legte Ignatius Press unter dem Titel Joseph Ratzinger – Life in the Church and Living Theology eine anglo-amerikanische Übersetzung vor. Mehrfach ausgezeichnet – mit dem Kardinal-Innitzer-Förderungspreis in Wien und dem Johann-Kaspar-Zeuß-Preis in Kronach – durfte der Autor 2011 im Vatikan aus den Händen von Papst Benedikt XVI. als erster deutschsprachiger Theologe den Premio Joseph Ratzinger entgegennehmen. Im Vorwort zur 3. Auflage seiner Monographie ergänzt der Autor den Zugang zur Ekklesiologie Joseph Ratzingers um dessen Brückenschläge zur politischen und sozialen Realität der Moderne. Diesen Dialog nachzuzeichnen ist ein Desiderat, um den missionarischen Auftrag der Kirche offenzulegen.
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Zweites Kapitel: Der Weg des Theologen Joseph Ratzinger

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§ 1 LEBEN IM LICHT DES OSTERGEHEIMNISSES

An einem Karsamstag, dem 16. April 1927, wurde Joseph Ratzinger in Marktl am Inn in Oberbayern geboren. Noch am gleichen Tag wurde er in der damals noch am Karsamstagvormittag gefeierten Osternacht getauft:

„Dass mein Leben so von Anfang an auf diese Weise ins Ostergeheimnis eingetaucht war, hat mich immer mit Dankbarkeit erfüllt, denn das konnte nur ein Zeichen des Segens sein. Freilich – es war nicht Ostersonntag gewesen, sondern eben Karsamstag. Aber je länger ich nachdenke, desto mehr scheint mir das dem Wesen unseres menschlichen Lebens gemäß zu sein, das noch auf Ostern wartet, noch nicht im vollen Licht steht, aber doch vertrauensvoll darauf zugeht.“1

Das Kind wurde auf den Namen seines Vaters Joseph getauft. Dieser war von Beruf Gendarmerie-Kommissar, stammte aus Rieckering in Niederbayern und musste aus beruflichen Gründen immer wieder umziehen: nach Tittmoning, dann nach Aschau bei Kraiburg, bis er 1937 in den Ruhestand trat und dafür ein altes, sehr einfaches Bauernhaus in Hufschlag bei Traunstein erwerben konnte.2

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