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Der politische Diskurs als Gegenstand der linguistischen Analyse am Beispiel der Integrationsdebatte in Deutschland 2006–2010

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Izabela Kujawa

Dieses Buch versteht sich als ein Beitrag zur Diskurslinguistik. Das Ziel des gesamten Vorhabens ist die Analyse des politischen Diskurses aus der linguistischen Perspektive. Die Autorin präsentiert den Diskurs in Bezug auf das breite Bedeutungsspektrum des Begriffs, seine linguistischen Auffassungen und typologischen Differenzierungen. Der erste Teil widmet sich dem Bereich der politischen Kommunikation sowie den linguistischen Traditionen der Diskursforschung, vor allem in der Linguistik aus dem deutschsprachigen Raum. Der zweite Teil stellt die Analyse des Prozesses der Bedeutungs- und Wissenskonstituierung in dem Diskurs dar. Die Analyse berücksichtigt die Rekonstruktion der Bedeutungen sowie die Bedingungen der Entstehung des neuen Wissens, also den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Kontext. Das Ziel der Analyse ist, zu einem diskursiven Weltbild zu gelangen, das hier als die Interpretation der Realität verstanden wird.
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5. Zu Diskursen aus dem Bereich der politischen Kommunikation

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Die politische Kommunikation, also der Sprachgebrauch innerhalb der Politik, war schon seit der Antike erforscht (zahlreiche Werke antiker Rhetoriker, antike Lehre von rhetorischen Figuren etc., die vor allem die Dichtung beeinflusst haben). Die moderne Rhetorik des 20. Jahrhunderts knüpft aber wieder an die antike Tradition. Die Sprachverwendung im Bereich der Politik wird jeweils in Bezug auf eine politische Situation analysiert, denn die politische Situation beeinflusst die Art und Weise des Sprachgebrauchs. Untersucht werden also Sprachen der Regime und der politischen Systeme mit ihren jeweils charakteristischen Merkmalen. Auf dem deutschsprachigen Gebiet lassen sich folgende Beispiele erwähnen, nämlich: die Sprachverwendung im Nationalsozialismus mit Reden von bedeutenden Politikern (z.B. Hitlers Rhetorik), die Spaltung der deutschen Sprache als Folge der Teilung Deutschlands, der Sprachgebrauch in Ost- und Westdeutschland vor und nach der Wiedervereinigung, sprachliche Propaganda und Agitation in der DDR etc. Die Betrachtungsperspektive der Sprachverwendung wird also jeweils durch politische Wirklichkeit beeinflusst. Die politische Kommunikation bezeichnet Mikołajczyk (2004) als:

einen Informationsaustausch zwischen den Regierenden und den Regierten, zwischen allen Agierenden der sog. politischen Szene (deren Akteure Parlamentarier, außerparlamentarische Opposition, Bürgerverbände und -organisationen etc. sind). Der Informationsaustausch erfolgt mit Hilfe formaler und/oder nicht formaler Mittel, damit die Agierenden an die Macht kommen, an der Macht bleiben, ihren Willen durchsetzen oder andere zu einem bestimmten, beabsichtigten Handeln bewegen (Mikołajczyk 2004: 20).

Mikołajczyk (2004) schildert die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft mit Hilfe einer Pyramide, die unterschiedliche Kommunikationsebenen umfasst, wie: die intra- und...

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