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Wales

Die Entdeckung einer Landschaft und eines Volkes durch deutsche Reisende (1780-1860)

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Edited By Michael Maurer

Wales – Region oder Nation? Jahrhundertelang sah man in Wales nur eine europäische Randlandschaft. In Großbritannien fallen die Waliser auf mit Selbständigkeitsbestrebungen. Diese Textsammlung dokumentiert, wie Wales in den Gesichtskreis der Europäer getreten ist. Deutsche Reisende seit dem späten 18. Jahrhundert begannen sich für Wales zu interessieren als eine alpine Landschaft, die ihrer gesteigerten ästhetischen Sensibilität für das Pittoreske und Sublime entsprach. Unter den frühen Wales-Reisenden sind berühmte Namen wie Karl Friedrich Schinkel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und Carl Gustav Carus. Während die meisten Wales nur kurz auf ihrer Durchreise berührten, treffen wir mit Julius Rodenberg 1856 den ersten Deutschen, der sich unter Walisern niederließ, ihre Sprache erlernte und ihre Lieder sammelte. Berichte aus romantischen Zeiten, als man Wales aber schon mit der Eisenbahn erreichen konnte.
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„Die Gegend ist hier äußerst romantisch“

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Samuel Heinrich Spiker (1816)

Zwei Meilen westlich von Chester sieht man sich an der Gränze von Cheshire und befindet sich kurz darauf in Wales.

Die Grafschaft Flintshire, welche den östlichsten Theil von Nord-Wales bildet, ist, obgleich die kleinste, doch die fruchtbarste aller welschen Grafschaften, dagegen aber an malerischen Schönheiten ärmer, als ihre südlichen und westlichen Nachbarn, Denbighshire und Caernarvonshire. Der erste Ort, den wir berührten, schien indeß von dieser Regel eine Ausnahme zu machen. Hawarden ist ein artiges Städtchen von etwa 5000 Einwohnern, welches durch die Fabriken von irdenem Geschirr, in den Umgebungen, und durch eine bedeutende Eisengießerei in dem Orte selbst, sehr viel Leben gewinnt. Die größte Merkwürdigkeit derselben ist jedoch Hawarden-Castle, der Sitz der Lady Glynn, Wittwe des Sir Christopher Glynn, des Hauptes einer angesehenen welschen Familie. Der Park, in welchem diese Besitzung liegt, ist ziemlich weitläuftig, der malerischste Theil desselben jedoch der, welcher die Umgebungen des alten Castells bildet, das, einige hundert Schritte von dem neueren Wohngebäude, auf einem Hügel liegt. Seine Trümmer beweisen, daß es einst sehr wesentlich zur Vertheidigung des Ortes beitrug, so wie es jetzt ihn verschönern hilft. – Hohe alte Lindenbäume, welche wir mit den herrlichsten Blüten bedeckt fanden, umgeben den Hügel von seinem Fuße bis zur Spitze, und lassen hie und da die alten Mauern durchschimmern. In der Ebene und am Fuße des Hügels weidete treffliches Vieh, und ein kleiner...

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