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Jugendsprachen

Stilisierungen, Identitäten, mediale Ressourcen

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Helga Kotthoff and Christine Mertzlufft

Sprachverhalten – von Kiezdeutsch bis zur Schreibstilistik von Mädchen auf Internetplattformen – gerät in diesem Beitrag zur Jugendsprachforschung als soziale Positionierungsaktivität in den Blick. Jugendliche nutzen ihr Wissen um kommunikationsstilistische Zuordnungen vielfältig, um sich als ein bestimmter Typus zu entwerfen, aber auch, um soziale Typen zu zitieren, zu karikieren und mit Zuordnungen zu spielen. Die deutschen und englischen Beträge dieses Bandes zeigen ein weltweites Spektrum. In vielen Ländern sind Sprech- und Schreibstile entstanden, bei denen Jugendliche Sprachen mischen und Regelverletzungen zur situativen Gebrauchsnorm einer Clique werden lassen. Junge Italo-Deutsche geraten mit ihrem Varietätenspektrum ebenso ins Blickfeld wie Studierende aus Ghana und SchülerInnen aus den USA, Dänemark und Georgien. Jugendliche haben in den Textsorten der sozialen Internetzwerke Schreib- und Bildstilistiken entwickelt, die nicht nur eigenwillig sind, sondern in ihrer Normferne wieder neue Normen konstituieren.
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Zwischen siciliano und Kiezdeutsch: Sprachgebrauch und Selbststilisierung bei italienischen Jugendlichen in Mannheim

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Christine Bierbach, Gabriele Birken-Silverman

Abstract

Der Beitrag behandelt Aspekte des Sprachgebrauchs in der Ingroup-Kommunikation einer Jugendclique, deren Familien aus Sizilien stammen und die in Mannheim in ein dichtes Migrantennetzwerk eingebunden sind. Insbesondere gehen wir hier der Frage nach, inwieweit und auf welche Weise die Konstruktion kultureller Identitäten bei Jugendlichen mit italienischem Migrationshintergrund Elemente und Perspektiven der Herkunftskultur, also derjenigen der Eltern und der weiteren Familie, mit solchen der gegenwärtigen Lebenswelt verbindet, also des lokalen und sozialen Umfelds, in dem sie geboren sind und aufwachsen. Wir zeigen, wie sich die Jugendlichen mittels ihres vielfältigen Sprachrepertoires (selbstironisch) als „coole Migrantenkids“ stilisieren, ohne ihre familiäre Herkunft zu verleugnen. Dabei greifen wir auch die Diskussion rund um ‚Ethnolekt‘ und ,Kiezdeutsch‘ auf und verorten unsere Befunde aus dem Mannheimer DFG-Projekt „Sprachvariation als Kommunikative Praxis“ innerhalb der soziolinguistischen Debatte um neuere Entwicklungen in Jugend- und Migrantensprachen.

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