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Arbeitnehmerweiterbildung

Gesetzlicher Rahmen und kollektive Gestaltungsmöglichkeiten

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Jennifer Rasche

Bildung ist Deutschlands wichtigste Ressource. Entgegen der einst landläufigen Meinung ist der Bildungsprozess nicht mit dem Abschluss einer Erstausbildung beendet, sondern begleitet Arbeitnehmer ein Leben lang. Aus « Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!» ist « Man lernt nie aus!» geworden. Um diesem neuen Anspruch gerecht zu werden, müssen Unternehmen und deren Arbeitnehmer auf stetig veränderte Bedingungen vorbereitet sein. Zugleich kommt Weiterbildung eine gesellschaftliche Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach einem Anspruch auf bzw. einer Verpflichtung zur Weiterbildung. Diese Arbeit untersucht die gesetzlichen Rahmenbedingungen von Weiterbildung im Arbeitsverhältnis und stellt die Gestaltungsmöglichkeiten von Koalitions- und Betriebspartnern dar.
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Teil 2: Hauptteil

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Eine rechtliche Auseinandersetzung mit dem Thema Weiterbildung fragt nicht zuvorderst nach Lehr- und Lernmethoden oder nach anderen Umständen der praktischen Umsetzung, sondern orientiert sich an der Kernfrage juristischer Arbeitstechnik: Wer will was von wem woraus?

Dabei steuert jedes Interrogativpronomen auf einen Aspekt der vorliegenden Arbeit zu: Das „Was“ ist unschwer mit „Weiterbildung“ zu beantworten. Die Frage nach dem „Wer“ lässt Antworten aus drei Richtungen zu: Arbeitnehmer wollen ihre Kenntnisse aktualisieren, erweitern oder verändern. Arbeitgeber wollen gut qualifizierte Arbeitnehmer beschäftigen. Der Staat will, dass der Arbeitsmarkt trotz der sich verändernden Rahmenbedingungen funktioniert, was über Weiterbildung zu erreichen ist.

„Von wem“ ist Weiterbildung zu fordern? Auch hier gehen die Erwartungen auseinander: Arbeitnehmer wollen die zeitlichen und finanziellen Investitionen durch den Arbeitgeber oder den Staat ersetzt bekommen. Arbeitgeber wollen, dass die weiterzubildenden Arbeitnehmer sich die Qualifikation während ihrer Freizeit und unentgeltlich aneignen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Weiterbildung der in Beschäftigung stehenden Arbeitnehmer vorrangige Aufgabe der Unternehmen und der Beschäftigten selbst sei, da eine private und keine staatliche Verantwortungszuweisung bestehe.60

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