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Wer ist mein Nächster?

Das Soziale in der Ego-Gesellschaft- 15. Ökumenische Sommerakademie, Kremsmünster 2013

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Severin Lederhilger

Der aktuelle politische und philosophische Diskurs bewegt sich zunehmend zwischen den Polen eines individualistischen Egoismus und den verschiedenen Aspekten gesellschaftlicher Solidarität. Inwieweit egozentrische Tendenzen das Zusammenleben maßgeblich bestimmen oder ob nicht Formen der Solidarität das eigentlich evolutive Erfolgsmodell menschlicher Gemeinschaft darstellen, gehört mit zu den Grundfragen unserer Zeit. Individuelle Verantwortung und autonome Selbstbestimmung kennzeichnen schließlich nicht nur die persönliche Lebensgestaltung, sondern prägen ebenso die wirtschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Bereiche der Gesellschaft. Der überfordernde Zwang zur permanenten Selbst-Inszenierung und zur Verwirklichung des eigenen Ichs eröffnet aber zugleich einen neuen Zugang zur Rückfrage nach der Notwendigkeit alternativer Gestaltungen von Vergemeinschaftung, die Verlässlichkeit schenken und speziell der Dimension der Gerechtigkeit Rechnung tragen. Angesichts der anstehenden sozialen Probleme und veranlasst durch das Jubiläum von 10 Jahren «Sozialwort» des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich stellte sich die 15. Ökumenische Sommerakademie Kremsmünster 2013 provokant die biblische Nachfrage «Wer ist mein Nächster?» und erkundete so «das Soziale in der Ego-Gesellschaft».
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Michael Stefan Aßländer. Solidarität und Subsidiarität: Erfolgsmodell in Wirtschaft und Gesellschaft?

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Michael Stefan Aßländer

Solidarität und Subsidiarität

Erfolgsmodell in Wirtschaft und Gesellschaft?

1.Einleitung

Solidarität und Subsidiarität sind nicht nur zentrale Werte innerhalb der katholischen Soziallehre und des christlichen Gesellschaftsverständnisses. Solidarität und Subsidiarität sind auch Kernelemente der Konzeption einer Sozialen Marktwirtschaft, wie sie seit 1949 insbesondere in Westdeutschland und Österreich umgesetzt wurde. Dabei bezeichnet das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft nicht einfach eine Wirtschaftsordnung, sondern versteht sich als Gesellschaftsentwurf, dessen Ziel es ist, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und wirtschaftliche Stabilität miteinander in Einklang zu bringen.

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