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Interest Will Not Lie – oder doch?

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Miriam Köhle

Eigeninteresse der Akteure und Akteurinnen ist in der zeitgenössischen Ökonomie die zentrale Motivation menschlichen Handelns. Was aber ist Interesse eigentlich? Diese Arbeit verfolgt zunächst die Spur des schillernden Begriffs von seinen Ursprüngen über seine vielgestaltige Entwicklung bis hin zum zeitgenössischen Gebrauch anhand von Originaltexten des Jansenisten Pierre Nicole, des französischen Moralisten François de La Rochefoucauld, der schottischen Aufklärer David Hume und Adam Smith sowie des politischen Ökonomen John Stuart Mill. Sie analysiert die Implikationen, die das Konzept birgt, und plädiert für eine klarer umrissene, abgegrenzte Verwendung des Begriffs neben anderen, um der Komplexität der ökonomischen Realität wissenschaftlich gerecht zu werden.
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4 Adam Smith

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Adam Smith (1723-1790) ist der Sohn eines schottischen Zollbeamten, der bereits vor seiner Geburt stirbt (Hesse, 2009, S. 514). Seine alleinerziehende Mutter ist bestrebt, ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen (Wight, 2007, S. xii). So nimmt Smith 1737 ein Studium an der Universität ← 41 | 42 → von Glasgow auf und widmet sich dort bevorzugt der Mathematik und der Moralphilosophie (Eckstein, [1926] 1994, S. XI). Smith erhält 1740 ein Stipendium für die Universität von Oxford, die er erst sechs Jahre später mit einem Bachelor of Arts verlässt.34 Nach dieser Zeit kehrt Smith zu seiner Mutter35 in seinen Heimatort Kirkcaldy zurück, wo er zwei Jahre lang eigene Studien verfolgt (Eckstein, [1926] 1994, S. XIII). Daraufhin zieht Smith in die Nähe von Edinburgh, wo er sich mit öffentlichen Vorträgen über Literatur der schottischen intellektuellen Elite bekannt macht. Im Winter 1749/50 hält Smith eine Vorlesungsreihe über Nationalökonomie, die bereits die Kerngedanken von An Inquiry into the Nature and Causes of The Wealth of Nations enthält. (Eckstein, [1926] 1994, S. XIII)

Im folgenden Jahr lernt Smith David Hume (3) kennen (Hesse, 2009, S. 515), der sein bester Freund wird (Wight, 2007, S. xii). 1751 wird Smith auf den Lehrstuhl für Logik an der Universität von Glasgow berufen, den er ein Jahr später gegen den Lehrstuhl für Moralphilosophie eintauscht (Hesse, 2009, S. 515). Seine Vorlesungen kreisen um Natürliche Theologie, Ethik, Rechtswissenschaft und Politische Ökonomie und...

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