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Der «am»-Progressiv im heutigen Deutsch

Neue Erkenntnisse mit besonderer Hinsicht auf die Sprachgeschichte, die Aspektualität und den kontrastiven Vergleich mit dem Ungarischen

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Gabriella Gárgyán

Diese umfangreiche Studie beschäftigt sich nach der syntaktischen, semantischen und sprachgeschichtlichen Beschreibung des am-Progressivs mit bisher ungeklärten Fragen, wie der diachronen Veränderung, der Verwendungsfrequenz und den Restriktionen der Struktur. In einem kontrastiven Kapitel des Buches vergleicht die Autorin darüber hinaus literarische am-Progressivbelege mit ihren deutschen bzw. ungarischen Übersetzungen und beschreibt die Unterschiede im Progressivgebrauch. Zusätzlich wurde der am-Progressiv in der Pressesprache nach Frequenz und Formenvielfalt überprüft. Dem Buch ist ein CD-Anhang beigefügt, der eine große Anzahl von bisher nicht dokumentierten Belegen enthält. Die digitalisierte Form der Belegsammlung erleichtert die Sucharbeit in der Sammlung.
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1. Einleitung

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1.1. Die Existenz von Progressivkonstruktionen im Deutschen

Der progressive Verbalaspekt ist unzweifelhaft im Englischen (flektierte Form von to be + Ving) am besten charakterisiert1, doch er ist in vielen Sprachen der Welt verbreitet. Gegenwärtig ist man sich in der Sprachtypologie einig, dass es sich – mit einigen Einschränkungen – um eine sprachliche Universalie handelt, die nicht immer mit der gleichen Eindeutigkeit wie im Englischen, aber zumindest in Ansätzen in fast allen Sprachen verbreitet ist (vgl. Bybee 1985). Trotz des universellen Charakters fällt die Beschreibung des progressiven Aspekts in den deutschen Grammatiken eher bescheiden und zudem gelegentlich diffus aus. Die Verlaufsform und ihre ‚Konkurrenten’, die im Deutschen den Ausdruck der Progressivität ermöglichen, lassen sich als eine der interessantesten Phänomene der Grammatik der deutschen Gegenwartssprache betrachten, denen bislang wenig Beachtung zuteil geworden ist. Die Thematik ist einer raschen Entwicklung unterworfen, sodass ich bereits während meiner Forschungen Veränderungen im Vergleich zu den in der Fachliteratur beschriebenen, nicht einmal zehn Jahre alten Forschungsergebnissen, feststellen konnte. In der vorliegenden Arbeit werden vorwiegend Konstruktionen folgender Art behandelt:

Zu zwei Bastelabenden trafen sich die Eltern, während das Lehrerkollegium mit den Nibelungenschülern im Unterricht fleißig am Arbeiten war. (Mannheimer Morgen, 28.11.20012)

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