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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Märchenhafte Medientexte – mediale Märchentexte. Wie DreamWorks’ Shrek das Märchen aktualisiert und weiterschreibt: Tobias Kurwinkel

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Tobias Kurwinkel

Märchenhafte Medientexte – mediale Märchentexte. Wie DreamWorks’ Shrek das Märchen1 aktualisiert und weiterschreibt

Mit den Worten „Es war einmal“ beginnt die Stimme eines Off-Erzählers in Dream-Works’ Shrek – Der tollkühne Held (Adamson; Jenson 2001) aus einem Buch2 vorzulesen; der formelhafte Anfang3 scheint sowohl das Genre als auch die zu erwartende Themen- und Motivkonstellation der Filmadaption von William Steigs gleichnamigem Bilderbuch vorwegzunehmen: So ist von einer „schönen Prinzessin“ die Rede, die mit einem „bösen Fluch“ belegt wurde, der nur mit einem Kuss gebrochen werden kann. Den Merkmalen des Märchens gleich, sind die Figuren und Dinge nicht individuell gezeichnet:4 Weder wird der Prinzessin ein Name zuteil, noch der Fluch näher charakterisiert: „Dinge wie Personen verlieren ihre individuelle Wesensart und werden zu schwerelosen, transparenten Figuren“5, wie Lüthi schreibt. Die Attribuierungen folgen einfachen Kontrastierungen, wie Lüthi sie ebenfalls für das Märchen konstatiert hat.6

Eingesperrt in eine Burg ist die Prinzessin, bewacht von einem „schrecklichen, feuerspeienden Drachen“. Als Fabelwesen zählt er – wie auch der Fluch – zu den numinosen und magischen Märchenmotiven. Die Existenz von Drache und Fluch erscheint selbstverständlich; die damit einhergehende Eindimensionalität von Diesseits und Jenseits, von fiktionaler Normwirklichkeit und die Naturgesetze verletzenden, fantastischen Elementen, gehört gleichfalls zu den typischen Merkmalen des Märchens.7 „Viele tapfere Ritter“, welche obligatorisch zum Bild eines romantischen ‚Märchenmittelalters‘ gehören, versuchen die Prinzessin aus „ihrem schrecklichen Gefängnis“ zu befreien, doch...

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