Show Less
Restricted access

Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

Series:

Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
Show Summary Details
Restricted access

Nicht nur Kinder brauchen „Lauter Märchen, nichts als Märchen“ – Anregungen zum Einsatz kabarettistisch verfremdeter Märchenfiguren im kompetenzorientierten Deutschunterricht der Oberstufe: Tina Deist

Extract

Tina Deist

Nicht nur Kinder brauchen „Lauter Märchen, nichts als Märchen“1 – Anregungen zum Einsatz kabarettistisch verfremdeter Märchenfiguren im kompetenzorientierten Deutschunterricht der Oberstufe

Kinder brauchen Märchen nennt der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim 1977 seine wohl ebenso oft zitierte wie kritisierte Studie über die Relevanz märchenhafter Stoffe für das erfolgreiche Aufwachsen von Kindern sowie für ihre erfolgreiche Suche nach Sinn. Zahlreiche Kerncurricula und Lehrpläne der deutschen Bundesländer kommen dieser Forderung in ihren Empfehlungen für das Fach Deutsch nach. Etwa Hessen und Niedersachsen schlagen den Umgang mit märchenhaften Figuren, Handlungssträngen sowie wiederkehrenden Erzählstrukturen à la „Es war einmal“ für die Jahrgänge fünf und sechs aller Schulformen vor. Doch welche Rolle spielen Märchen eigentlich in den weiteren Schuljahren bis zum Abitur? Schaut man sich einige Kerncurricula bzw. Lehrpläne exemplarisch an, wird schnell deutlich, dass die Kinder- und Hausmärchen der Grimms mit ihrer spezifischen Genreästhetik keine Erwähnung mehr finden. Allenfalls das romantische Kunstmärchen von E. T. A. Hoffmann oder Novalis findet noch Einzug in den Deutschunterricht der Oberstufe.

In meinem Beitrag zu diesem Band möchte ich konkrete Anregungen und eine in der Unterrichtspraxis erprobte Möglichkeit aufzeigen, die die Beschränkung der Märchenlektüre auf die ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I aufheben lässt: Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes kabarettistisch verfremdeter Figuren der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen im kompetenzorientierten Deutschunterricht der Oberstufe. Einige...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.