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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Zur Wirkung und Rezeption der Brüder Grimm in Ungarn im Spannungsfeld der parallelen philologischen Entwicklung in Europa: Sarolta Lipóczi

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Sarolta Lipóczi

Zur Wirkung und Rezeption der Brüder Grimm in Ungarn im Spannungsfeld der parallelen philologischen Entwicklung in Europa

In welchem Maße haben die Aktivitäten der Brüder Grimm die Märchensammlung und -forschung und die Philologie in anderen Ländern beeinflusst und inwieweit sind die Entwicklungen in den europäischen Ländern in diesem Bereich parallel abgelaufen? In diesem Beitrag sollen die erste ungarische Märchensammlung und die wichtigsten Ergebnisse der ungarischen Philologie vom Anfang des 19. Jahrhunderts vorgestellt werden. Darüber hinaus soll es um die Rezeption der Kinder- und Hausmärchen in Ungarn gehen.

Die erste ungarische Märchensammlung

Die erste Sammlung von ungarischen Volksmärchen erschien zehn Jahre nach dem ersten Band der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm im Jahre 1822 unter dem Titel Märchen der Magyaren. Der Sammler, Übersetzer und Herausgeber war Georg von Gaal (1783–1855), ein ungarischer Schriftsteller, Volkskundler und Übersetzer in Wien.1 Geboren wurde er in der mehrsprachigen Stadt der Habsburgermonarchie, Pressburg. Während seines Studiums (Philosophie und Jura an den Universitäten Budapest und Wien) richtete er unter dem Einfluss seines Lehrers, des Schriftstellers András Dugonics, seine Aufmerksamkeit auf die Folklore.2 Nach dem Studium trat er zunächst in den Dienst des Fürstentums Esterházy in Eisenstadt. Später, als Bibliothekar der Esterházy-Bibliothek (ab 1811) und Direktor der Esterházy-Galerie in Wien, konnte er erfahren, wie wenig bekannt die ungarische Kultur selbst...

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